horrors Film-Archiv

 

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 Update 23.01

 

 

horrors Film-Archiv ist meine persönliche Seite,auf der ich anderen Menschen einige Filme näherbringen möchte, indem ich ein Review über sie verfasse. Ich hoffe, das ich damit eventuell eine Kaufentscheidung etwas leichter machen kann.

 

Weiterhin werde ich in unregelmäßigen Abständen auch einige von mir verfasste Artikel einstellen, die sich hauptsächlich auf das Horror-Genre beziehen.

 

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, das diese Seite keinerlei kommerziellen Zwecken dient, sondern rein privater Natur ist.

 

Wenn Euch meine Seite gefällt, würde ich mich auch sehr über Gästebuch-Einträge freuen, Lob und konstruktive Kritik sind selbstverständlich auch wünschenswert.

 

Zur Zeit enthält die Seite 121 Reviews zu Filmen und 9 Artikel.

Alter: 50
 



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Blog

Shock (Mario Bava)

 

 

 

 

Shock
(Shock)
mit Daria Nicolodi, John Steiner, David Colin Jr., Ivan Rassimov, Lamberto Bava, Paul Costello, Nicola Salerno
Regie: Mario Bava
Drehbuch: Francesco Barbieri
Kamera: Alberto Spagnoli / Mario Bava
Musik: V. Cappa / Alessandro Centofanti / Walter Martino
Ungeprüft
Italien / 1977

Dora, die Frau des Piloten Bruno, mit dem sie in zweiter Ehe verheiratet ist, zieht sich mit ihm und Marco, dem aus Doras erster Ehe stammenden Sohn, in das alte Haus ihrer Familie zurück. Dort hat vor Jahren ihr erster Gatte, ein Junkie, Selbstmord begangen. Plötzlich beginnt Marco, sich sehr merkwürdig zu benehmen. Er entwickelt regelrechte sexuelle Gelüste in bezug auf seine Mutter. Dora glaubt bald, daß der Geist ihres ersten Mannes sich in dem Jungen reinkarniert hat. Doch wer soll ihr Glauben schenken? Und warum sollte der Geist sich jetzt aus dem Jenseits melden?


Das ist er nun also, der letzte Kinofilm der Regisseur-Legende Mario Bava, in dem einem wohl zuallererst ins Auge fällt, das Bava hier nicht mit dem kräftigen Farbenspiel arbeitet, die man aus den meisten seiner Werke gewohnt ist. Meiner Meinung nach kommt das dem Film sogar zugute, denn so kann sich der schleichend aufkommende Horror in diesem doch eher ruhigen Vertreter des Gruselfilms erst so richtig entfalten und eine kaum für möglich gehaltene Intensität entwickeln, die man der hier erzählten Geschichte am Anfang gar nicht zutraut. Es wird sogar Leute geben, die "Shock" als eher langatmigen oder ereignislosen Horrorfilm ansehen, doch diese Einschätzung würde dem Werk keinesfalls gerecht werden.

Auch wenn man keine großartigen Effekte oder übermäßig harte Passagen erwarten sollte, so entwickelt das Geschehen mit der Zeit seine ganz eigene Dynamik und weist insbesondere einen geradezu excellenten dramaturgischen Spannungsaufbau vor, der allerdings erst mit zunehmender Laufzeit so richtig spürbar wird und zu Beginn anscheinend noch nicht einmal annähernd zu erkennen ist. Das ist in meinen Augen auch die ganz große Stärke des Films, bei dem man in den ersten Minuten das Gefühl bekommt, das er eine eher einschläfernde Wirkung auf den Zuschauer hat, was sich aber im Laufe des Geschehens als absoluter Trugschluss herausstellt. Denn nach und nach wird die Spannungsschraube kontinuirlich immer fester gezogen und es entwickelt sich eine extrem dichte und bedrohlich aufkommende Grundstimmung, die so einige kalte Schauer nach sich zieht, die einem den Rücken runterlaufen.

Gerade die Tatsache, das die Geschichte phasenweise den Eindruck eines sehr intensiven Kammerspiels vermittelt, da sich ein Großteil der Story lediglich mit 2 Personen (Mutter und Sohn) beschäftigt, rückt insbesondere das dargebotene Schauspiel in den Mittelpunkt des Szenarios. Und in dieser beziehung wird man wirklich nahezu verwöhnt, denn vor allen Dingen Daria Nicolodi überzeugt hier in ihrer Rolle als Mutter und verleiht der von ihr dargestellten Figur durch ihre Ausdrucksstärke und hervorragende Mimik einen sehr glaubwürdigen und authentischen Anstrich. Doch auch die Rolle ihres kleinen Sohnes Marco wurde mit David Colin Jr. ganz ausgezeichnet besetzt und in einigen Einstellungen muss man fast zwangsläufig an die Figur des jungen Damien Thorne aus den Omen-Filmen denken, was hauptsächlich auf die unheimliche Ausstrahlung des Jungen bezogen ist.

Und so ist es auch die sich ändernde Beziehung zwischen Mutter und Sohn, die den Löwenanteil der Geschichte einnimmt. In eindrucksvollen Bildern wird einem gerade die charakterliche Veränderung des Sohnes nähergebracht, die sowohl in verbaler Hinsicht als auch in von ihm ausgehenden Taten erstklassig in Szene gesetzt wurde. Ebenso brillant aber werden die Reaktionen der Mutter rübergebracht, die von anfänglichem Unverständnis bis hin zur blanken Panik reichen, die wie schon erwähnt, von Daria Nicolodi äusserst bemerkenswert dargestellt werden, so das vor allem das Schauspiel dieser beiden zentralen Figuren ein Grund dafür sind, das die Geschichte trotz nicht vorhandener Härte eine extrem intensive Wirkung auf den Zuschauer ausübt, derer man sich kaum entziehen kann. So wird aus einem zu Beginn anscheinend eher langatmigen und scheinbar belanglosen Film ein sehr intensiver und unheimlicher Gruselfilm der Extraklasse, der wohl nicht nur für Nostalgiker einen Blick wert sein dürfte.

Mario Bava hat hier noch einmal unter Beweis gestellt, das es nicht immer die spektakulären Dinge sein müssen, um einen Film wirken zu lassen, manchmal sind es die eher bescheidenen Mittel, die einen viel nachhaltigeren Eindruck beim Betrachter hinterlassen. Und genau dafür steht ein Film wie "Shock", der durch viel Spannung, eine unheimlich aufkommende Atmosphäre und ausgezeichnete Darsteller einen bleibenden Eindruck im Gedächtnis hinterlässt.


Fazit:


Hier hat man es nicht mit dem besten Werk von Bava zu tun, aber dieser eher ruhigere Vertreter des Genres entwickelt mit der Zeit eine nicht für möglich gehaltene Intensität, die nicht spurlos am Betrachter vorbeizieht und ihm einen spannenden und atmosphärischen Filmgenuss garantiert. Für Freunde des italienischen Horrorfilms führt jedenfalls kein Weg an diesem Werk vorbei, das zwar keine spektakulären Highlights beinhaltet, aber dennoch einen erstklassigen Genre-Vertreter darstellt, den man kennen sollte.


8/10

23.1.10 22:18


Mutants

 

 

 

 

Mutants
(Mutants)
mit Helene de Fougerolles, Francis Renaud, Dida Diafat, Marie-Sohna Conde, Nicolas Briancon, Luz Mandon, Driss Ramdi, Gregory Givernaud, Justine Bruneau de la Salle, Jeremy Loth, Sebastien Rouquette, Frederic Troussier, Cyrill Hipaux, Nicolas Lepretre, Cecile Corsalan
Regie: David Morlet
Drehbuch: Louis-Paul Desanges / David Morlet
Kamera: Nicolas Massart
Musik: Keine Information
Keine Jugendfreigabe
Frankreich / 2008

Ein Virus hat die überwiegende Menschheit in blutrünstige, zombieartige Wesen verwandelt. Marco und Sonia, ein junges Paar, fliehen vor den Mutanten und versuchen, sich zu einer Militärbasis durchzuschlagen. Doch als Marco bei einem Angriff selbst infiziert wird, muss die schwangere Sonia ihren schlimmsten Feind bekämpfen: den Mann, den sie liebt...


Das die Franzosen im Bezug auf Horrorfilme den Amerikanern vollkommen ebenbürtig und bei einigen Produktionen der letzten Jahre teilweise sogar überlegen waren, haben Filme wie "High Tension" oder auch "Inside" eindrucksvoll unter Beweis gestellt, so war es eigentlich lediglich eine Frage der Zeit, wann der erste Horrorfilm aus Frankreich erscheint, der sich mit der Zombie - Thematik beschäftigt. Mit "Mutants" hat Regisseur David Morlet nun auch diese Frage beantwortet, wobei bei vielen Leuten sicherlich wieder die Diskussion aufkommen wird, ob es sich um echte Zombies oder lediglich um Menschen handelt, die sich aufgrund eines Virus in zombieähnliche Wesen verwandeln. Wie dem auch sei, auf jeden Fall ist hier ein sehr guter und eindrucksvoller Genre-Beitrag entstanden, weswegen ich die teilweise sehr schlechten Bewertungen die der Film erhält, nicht so ganz nachvollziehen kann. Denn verhält es sich doch so, das "Mutants" alle Zutaten beinhaltet, die einen Film dieser Art so absolut sehenswert machen und dennoch scheint der Film bei vielen doch eher auf Ablehnung zu stossen.

Ich kann mir das lediglich so erklären, das manch Einer einen weitaus größeren Härtegrad erwartet hat, als wie er sich ihm hier eröffnet, denn haben doch gerade die französischen Produktionen in diesem Bereich in den letzten Jahren neue Maßstäbe gesetzt. Zugegeben, im Vergleich zu den oben von mir erwähnten Filmen fällt "Mutants" im Bereich Härte etwas ab, was aber noch lange nicht bedeutet, das auch die Freunde der harten Welle hier nicht auf ihre Kosten kommen würden. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn dem Zuschauer präsentiert sich sogar ein ziemlich harter Film, nur liegt das Problem wohl viel eher darin begründet, das es sich dabei nicht um eine 9o minütige Schlachteplatte handelt, sondern die Geschichte sich auch Zeit für etwas tiefergehende Momente nimmt, die phasenweise schon dramatische Züge tragen.

Doch gerade diese Momente heben dieses Werk meiner Meinung nach von den üblichen SFX-Spektakel ab und verleihen ihm ein hohes Maß an Qualität und einen Tiefgang, wie man ihn nicht in vielen Vertretern dieser Art zu sehen bekommt. Bevor es allerdings zu diesen tiefergehenden Situationen kommt, legt das Geschehen erst einmal mit einem mörderischen Tempo und einigen wirklich harten Passagen los, so das die ersten gut 20 Minuten fast wie im Flug an einem vorbeiziehen. Danach beruhigt sich das Szenario merklich und läutet den Mittelteil des Films ein, der sich hauptsächlich mit der Thematik beschäftigt, wie Sonia verzweifelt versucht, die voranschreitende Infektion ihres Freundes Marco aufzuhalten. Insbesondere in dieser Phase der Geschichte leidet man als Zuschauer mit den beiden Hauptcharakteren mit, man kann die aufkommende Verzweiflung und die kurz danach auftretende Enttäuschung fast körperlich spüren, als sich immer mehr herauskristallisiert, das alle Versuche den Virus aufzuhalten, vollkommen fehlschlagen. Die ungeheuer stark auftretende Intensität, die das Geschehen gerade in dieser Phase des Films erreicht, ist in dem absolut authentischen und sehr überzeugenden Schauspiel der beiden Hauptpersonen zu suchen, das kaum besser hätte sein können. Es überzieht einen selbst mit einer Gänsehaut, wenn man sieht, mit welcher Vehemenz und Inbrunst hier versucht wird, das Unvermeidliche aufzuhalten und gerade Sonia alles in die Waagschale wirft, um ihre große Liebe nicht zu verlieren.

Es mag durchaus möglich sein, das es nicht wenige Leute gibt, die den Mittelteil des Films als etwas langatmig und ereignislos ansehen, jedoch passt er nahezu perfekt in die erzählte Story und ist in meinen Augen absolut notwendig, um auch das letzte Filmdrittel glaubwürdig und authentisch erscheinen zu lassen. Und in diesem letzten Teil nimmt das Szenario noch einmal so richtig an Fahrt auf und wird gerade den Gorehounds noch einmal das Herz im Leibe höher schlagen lassen. Tempo-und actionreich geht es nun zur Sache und auch die Splatter-und Gore Szenen nehmen noch einmal rapide zu und bieten dabei noch einige optische Schmankerl, an denen man sich erfreuen kann. Insgesamt gesehen ist "Mutants" ein wirklich mehr als gelungener Genre-Beitrag, der nicht nur im Bezug auf die Härte überzeugen kann, sondern als Gesamtpaket einfach vollkommen überzeugt. Tolle Darsteller, jede Menge Spannung und eine ganzzeitig sehr unheilvolle und bedrohliche Grundstimmung hinterlassen einen überdurchschnittlich guten Eindruck beim Betrachter, der insbesondere durch die kühle Optik des ganzen noch einmal zusätzlich verstärkt wird.


Fazit:


Sicher ist jeder Film Geschmackssache, aber wirklich schlechte Bewertungen hat "Mutants" wirklich nicht verdient, vor allem dann nicht, wenn einem vielleicht nur etwas mehr Härte gefehlt hat. Die hier gefundene Mixtur aus Horrorfilm und dramatischen Zügen serviert einem im Endeffekt einen qualitativ hoch angesiedelten Beitrag aus Frankreich, der sich auch nicht hinter anderen Produktionen unserer Nachbarn zu verstecken braucht, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden. Mir hat dieser Film jedenfalls äusserst gut gefallen und ich kann ihn vollkommen bedenkenlos weiterempfehlen.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Französisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Trailer

 

 

8,5/10

22.1.10 18:30


Hard Revenge, Milly

 

 

 

 

Hard Revenge, Milly
(Hado ribenji, Miri: Buraddi batoru)
mit Miki Mizuno, Rei Fujita, Mitsuki Koga, Masahiro Komoto, Nao Nagasawa, Kazuki Tsujimoto
Regie: Takanori Tsujimoto
Drehbuch: Takanori Tsujimoto
Kamera:Hajime Ishida / Takanori Tsujimoto
Musik: Hikaru Yoshida
Keine Jugendfreigabe
Japan / 2009

In einer nicht allzu fernen Zukunft sorgt die Abschaffung sämtlicher Waffengesetze für eine unglaubliche Welle der Gewalt und des Verbrechens in Asien. Brutale Gangs übernehmen die Kontrolle und Recht und Ordnung werden außer Kraft gesetzt. Milly verliert bei einem Angriff der "Jack Brothers" ihre ganze Familie und schwört blutige Vergeltung. Als schöner Rache-Engel räumt sie gnadenlos mit dem Abschaum der Gesellschaft auf und verbreitet unter den Gangs Angst und Schrecken. Als sie auf die junge Haru trifft, sieht Milly ein, dass sie nicht die einzige ist, die noch eine offene Rechnung mit der Unterwelt zu begleichen hat. Haru möchte von Milly den Umgang mit Waffen lernen um ebenfalls Verbrecher zur Strecke zu bringen. Ein äußerst blutiger Rachefeldzug nimmt seinen Lauf...


Mit "Hard Revenge Milly" soll dem Zuschauer ein Film präsentiert werden, der insbesondere durch seine Splatter/Gore Szenen schon mit Filmen wie "Tokyo Gore Police" oder "The Machine Girl" verglichen und auf eine Stufe gestellt wird. Sicherlich gibt es auch einige unübersehbare Ähnlichkeiten, die man keinesfalls ignorieren kann, so ist zum Beispiel die Geschichte zeitlich gesehen auch in der nahen Zukunft angesiedelt, wie es ja auch bei "TGP" der Fall war und es gibt auch einige derbe Szenen zu begutachten, doch insgesamt gesehen kommt dieser Film keinesfalls an die beiden genannten Werke heran. Dabei hat doch Regisseur Takanori Tsujimoto extra kurz gehalten, um keine langatmigen Passagen aufkommen zu lassen, denn die deutsche DVD hat gerade einmal eine Laufzeit von gut 71 Minuten (um ca. 44 Sekunden geschnitten) und dennoch ist es ihm nicht gelungen einen Film zu präsentieren, der wirklich ganzzeitig kurzweilig unterhalten kann.

Die Geschichte an sich ist nicht gerade besonders ergiebig und inhaltlich äusserst dünn gehalten, es handelt sich um eine simple Rache-Story, die aber zu keiner Zeit einen konstanten Spannungsbogen erzeugen kann. Doch dies scheint auch gar nicht das Ansinnen des Films zu sein, denn alles scheint auf die expliziten Gewalt-Szenen focusiert zu sein, die aber dafür viel zu selten zu sehen sind. Es gibt zwar einige Action-Passagen, die auch über einen hohen Härtegrad verfügen und äusserst blutig sind, wer jetzt aber die Hoffnung hat, es hier mit einem regelrechten Splatter/Gore Festival zu tun zu bekommen, der wird im Endeffekt vielleicht doch etwas enttäuscht sein, denn das wird definitiv nicht geboten. Wenn man jetzt natürlich die geschnittenen Szenen noch dazunimmt, kommen noch einige verlängerte Gewalt-Szenen dazu, die aber trotzdem nicht darüber hinwegtäuschen können, das dieses Werk trotz seiner extrem kurzen Laufzeit phasenweise langatmig erscheint.

Zu viele Passagen wirken doch recht belanglos und offenbaren die inhaltlichen Defizite der Geschichte, die man beim besten Willen nicht übersehen kann und die das Sehvergnügen doch etwas beeinträchtigen. Teilweise plätschert die Story so vor sich hin und lediglich die härteren Szenen bilden ab und zu einige wenige Highlights, an denen man sich ergötzen kann. Insgesamt gesehen bietet der Film allerdings ein lediglich durchschnittliches Film-Erlebnis, das auch in seiner Optik und im Bezug auf die Schauplätze einen manchmal recht billigen Eindruck hinterlässt. Im Prinzip muss das ja nicht unbedingt als negativ zu bewerten sein, jedoch hinterlässt das hier präsentierte Szenario einen sehr zwiespältigen Eindruck beim Betrachter, da der Funke nie so richtig überspringen will und der Unterhaltungsfaktor auch nur bedingt vorhanden ist.

Dazu tragen auch die schauspielerischen leistungen bei, die man nicht gerade als sehr überzeugend bewerten kann. Zwar erwartet man bei einem Film dieser Art nicht unbedingt Leistungen, die oscarverdächtig sind, doch hier entsteht phasenweise das Gefühl, das die Darsteller teils lustlos und uninspiriert sind und nicht mehr als Dienst nach Vorschrift ableisten. So kann man letztendlich zu der Erkenntnis gelangen, das "Hard Revenge Milly" nicht mehr als solide Durschnittskost darstellt und keineswegs den hohen Unterhaltungswert anderer ähnlich gelagerter Werke erreicht.


Fazit:


Auch wenn durchaus Ähnlichkeiten zu Filmen wie "Tokyo Gore Police" und "The Machine Girl" vorhanden sind, kann "Hard Revenge Milly" nicht an die Qualität dieser Filme anknüpfen, da helfen auch zusätzliche knapp 45 Sekunden Splatter-und Gore Einlagen nichts. Dennoch ist der Film für einen teilweise kurzweiligen Filmabend geeignet, auch wenn man doch recht erstaunt über die Tatsache ist, das selbst bei einer Laufzeit von nur 71 Minuten immer noch langatmige Passagen vorhanden sind.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Japanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 74 Minuten
Extras: Making of, Trailer, Trailershow

 

 

5/10

21.1.10 19:24


Lady Blood

 

 

 

 

Lady Blood
(Lady Blood)
mit Emmanuelle Escourrou, Philippe Nahon, Serge Riaboukine, Shirley Bousquet, Luc Shiltz, Lola Giovannetti, Frans Boyer, Philippe Chain, Xavier Gens, Abel Jafri, Julie Nicolet, Richard Sammel, Bruno Solo
Regie: Jean-Marc Vincent
Drehbuch: Hubert Chardot / Emmanuelle Escourrou
Kamera: Thibaud Danton
Musik: Keine Information
Leine Jugendfreigabe
Frankreich / 2008

Yanka, die als junge Frau einst Schreckliches durchmachen musste, hat ihr Leben inzwischen im Griff: Sie ist verheiratet, hat eine süße Tochter und arbeitet als Polizistin. Die dunklen Schatten ihrer Jugend scheinen überwunden. Doch plötzlich passiert Merkwürdiges in der Stadt. Eine übel zugerichtete Leiche nach der anderen wird aufgefunden, und während alle Welt an das Werk eines wahnsinnigen Serienmörders glaubt, hat Yanka einen schrecklichen Verdacht: Die Dämonen ihrer Vergangenheit sind zurückgekehrt, um sie zu jagen!


Bei "Lady Blood" handelt es sich um das offizielle Sequel des 90er Jahre Low Budget Films "Baby Blood", was es zwar nicht zwingend erforderlich, aber doch ratsam erscheinen lässt, wenn man sich im Vorfeld den ersten Teil dieser Geschichte anschaut, da es ansonsten eventuell zu leichten Verwirrungen oder Irritationen kommen könnte. Zwar werden zu Beginn einige Zeitungsausschnitte gezeigt, die auf das Geschehen vor 20 jahren eingehen, aber wenn man den ersten Teil nicht gesehen hat, kann man nicht unbedingt viel damit anfangen. Auch die hier in Szene gesetzte Weiterführung der Geschichte dient nicht unbedingt dazu, Verwirrungen vorzubeugen, denn einige Passagen erscheinen einem ohne Vorkenntnisse doch etwas zusammenhanglos, so das es teilweise recht schwierig ist, durch alles so richtig hindurchzusteigen.

Und trotzdem bekommt der Zuschauer eine doch äusserst spannende Story präsentiert, in der auch die damalige Hauptdarstellerin Emmanuelle Escourrou wieder die Hauptrolle spielt und im Laufe der Zeit von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Denn auch, wenn die Polizei bei den begangenen Morden von den Taten eines wahnsinnigen Serienkillers ausgeht, weiss Yanka es besser und hegt schon äusserst früh den Verdacht, das die Morde mit ihrer Vergangenheit zusammenhängen. So entwickelt sich mit der Zeit eine recht temporeiche und spannende Story, die insbesondere durch eine sehr dichte und bedrohliche Atmosphäre auffällt. Und auch in Sachen Härte hat Regisseur Jean-Marc Vincent nicht gerade gegeizt, denn es gibt so einige Einstellungen, die äusserst blutig und auch derbe in Szene gesetzt sind. Man sollte allerdings zu keiner Zeit ein regelrechtes Splatter/Gore Spektakel erwarten, vielmehr sind die angesprochenen Passagen gut über die gesamte Laufzeit verteilt worden.

Trotzdem gibt es auch immer wieder kleinere Phasen, die den Eindruck von Langatmikkeit entstehen lassen, scheinbar belanglose Dialoge und verwirrend daherkommende Bildeinstellungen können durchaus dafür sorgen, das einen das Gefühl überkommt, ein Kapitel übersprungen zu haben. Das sind dann die Phasen des Films, in denen es wichtig wäre, wenn man den Vorgänger gesehen hätte, um die genauen Zusammenhänge für sich selbst herzustellen. Fast zwangsläufig stellt sich auch die Frage, ob es unbedingt sinnvoll war, mit einer Fortsetzung der geschichte geschlagene 20 Jahre zu warten, doch diese Frage muss sich ein jeder selbst beantworten. Nichtsdestotrotz bekommt man eine insgesamt durchgehend spannende und interessante Story-Line präsentiert, deren Spannungsbogen als konstant bezeichnet werden kann.

Das dargebotene Schauspiel bewegt sich in einem soliden Rahmen, ohne das sich ein Darsteller durch eine herausragende darbietung hervortun würde. Am überzeugendsten von allen Akteuren ist immer noch Emmanuelle Escourrou, die in der Rolle der Yanka durchaus überzeugen kann, wohingegen ihre Kollegen doch eher in den Hintergrund gedrängt werden, da sich der Focus der Geschichte vollkommen auf die Figur der Yanka ausrichtet.


Fazit:


"Lady Blood" ist sicherlich kein schlechter Film, aber es wäre doch sehr ratsam, sich im Vorfeld den Vorgänger "Baby Blood" anzuschauen, um der Story-Line auch ohne Probleme lückenlos folgen zu können. Ein solider Spannungsbogen, eine dichte Atmosphäre und einige härtere Passagen machen diesen Film aber auf jeden Fall sehenswert und lassen über eventuell auftretende Verwirrungen hinwegsehen, die sehr wohl entstehen können, wenn einem der erste Teil der Geschichte nicht bekannt ist.


6,5/10

21.1.10 16:07


Schöpfer des Grauens: Dario Argento

Teil 1:
Dario Argento


Dario Argento wurde am 7. September 1940 in Rom geboren. Er ist der Sohn des Produzenten Salvatore Atgento und des brasilianischen Models Elda Luxardi. Bevor Argento selbst als Regisseur tätig wurde, schrieb er längere Zeit Filmkritiken für Tageszeitungen und betätigte sich nebenbei als Drehbuchautor. So schrieb er zum Beispiel zusammen mit Bernardo Bertolucci die Story für Sergio Leone's Meisterwerk Spiel mir das Lied vom Tod.

Seine ersten eigenen Regie-Arbeiten fielen in den Bereich des italienischen Spannungs-Thriller, der besser unter dem Namen Giallo bekannt ist. Nicht umsonst gilt Argento als einer der prägenden Mitschöpfer dieses Sub-Genres. Seine ersten 3 Filme zählten allesamt zu diesem Sub-Genre und gelten aus der heutigen Sicht schon längst zu den Klasikern. Es handelt sich dabei um die Titel Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe (1969), Die neunschwänzige Katze (1970) und Vier Fliegen auf grauem Samt (1971). Vom letztgenannten Titel gibt es leider bis heute noch immer keine offizielle deutsche DVD-Veröffentlichung, was vielen Fans ein sehr großer Dorn im Auge ist.


Mit dem 1973 erschienenen Film Die Halunken schuf Argento etwas vollkommen anderes, denn bei diesem Film handelt es sich um eine Mixtur aus Kriegsfilm und Komödie. Doch nur 2 Jahre später, also 1975 kehrte er zu seinen Wurzeln zurück und schuf mit Profondo Rosso (Deep Red) einen Giallo der Extraklasse, der heute noch als einer seiner besten Filme gilt.

Dann kam das Jahr 1977, in dem Argento mit Suspiria wohl sein absolutes Meisterwerk ablieferte. Mit diesem Film ging Argento auch neue Wege und erschuf einen sehr ästhetisch anmutenden Horrorfilm mit starken Elementen des Gothic Horrors. Suspiria bildete gleichzeitig den ersten Teil der 3 Mütter Trilogie. Dabei handelt es sich um 3 Hexen, deren Häuser sich an 3 zentralen Punkten der Welt befinden und von dort aus die Weltgeschicke lenken wollen. Der zweite Teil dieser Trilogie erschien 1980 und trägt den Namen Inferno. Bei diesen Filmen ist vor allem Argento's sehr kräftiges Spiel mit den Farben zu bestaunen, bei dem er sichtlich von den Arbeiten Mario Bava's, insbesondere seinem Klassiker Blutige Seide inspiriert wurde. Eigentlich konnte man nicht mehr unbedingt davon ausgehen, das die 3 Mütter Trilogie noch einmal ihren Abschluss finden würde, doch nach 27 Jahren war es dann 2007 doch soweit und mit dem Film La Terza madre ( Mother of Tears) wurde endlich die Trilogie komplettiert.

Zwischen den ersten beiden Teilen der Trilogie erlangte Argento 1978 sehr große Bekanntheit, als er als Produzent und Script Consultant an George A. Romero's Dawn of the Dead mitwirkte und gleichzeitig für den sogenannten Argento-Cut des Films verantwortlich zeichnete. Nebenbei war er auch für die musikalische Untermalung des Films durch die Band Goblin verantwortlich, die dem European Cut beiwohnt.

Mit Ausnahme von seinem 1985 erschienenen Film Phenomena, der eine eher übersinnliche Thematik hat, widmete sich Argento dann wieder eher dem Giallo zu, denn fast alle folgenden Werke gingen wieder in die Richtung des italienischen Spannungs-Thrillers, jedoch fielen einige Filme um einiges härter aus, als es noch in seinen Frühwerken der Fall war. So schlugen vor allem die Titel Tenebrae (1982) und Terror in der Oper (1987) eine härtere Richtung ein und zeigten auch einige Splatter / Gore Elemente.

Danach folgten noch die Produktionen Aura (Trauma 1993), Das Sthendal Syndrome (1996), Argento' Interpretation von Phantom der Oper (1998) und Sleepless (2001). Hierbei sollte man anmerken, das Phantom der Oper, in dem auch Argento's Tochter Asia Argento die Hauptrolle spielte, wie auch in das Sthendal Syndrome, wohl eines seiner schwächsten Werke darstellt. Die Filme, die dann aber nach Sleepless folgten, konnten leider nicht mehr annähernd die Qualität früherer Werke erreichen, vor allem The Card Player (2004) erwies sich als totaler Flop und wird auch als eigentlich schwächster Film des Maestro's gehandelt.

2005 erschien dann mit Do you like Hitchcock eine für das italienische TV produzierte Hommage an den Master of Suspense und 2 Produktionen für die Serie Masters of Horror (Jennifer, Pelts).Wenn man den im Internet verbreiteten Informationen trauen darf, dann kommt demnächst mit dem Film Gialli der nächste Streich des Altmeisters auf uns zu.




Filmografie:

Als Regisseur


Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe
Die neunschwänzige Katze
Vier Fliegen auf grauem Samt
Die Halunken
Rosso - Die Farbe des Todes
Suspiria
Horror Infernal
Tenebre
Phenomena
Terror in der Oper
Due occhi diabolici
Trauma (Aura)
La Syndrome die Sthendal
Phantom der Oper
Non ho sonno
Il Cartaio
Jenifer
Ti piace Hitchcock?
Pelts
La Terza madre

Als Drehbuchautor

Friedhof ohne Kreuze
Der Dicke ist nicht zu bremsen
Hölle vor dem Tod
Commandos
Spiel mir das Lied vom Tod
Probabilita zero
Die zum Teufel gehen
Der Dampfhammer
Dein Wille geschehe, Amigo
Wax Mask
20.1.10 20:45


Cold Prey 2 Resurrection - Kälter als der Tod

 

 

 

 

Cold Prey 2 Resurrection - Kälter als der Tod
(Fritt vilt II)
mit Ingrid Borse Beldal, Marthe Snorresdotter-Rovik, Kim Wifladt, Johanna Merck, Fridtjov Saheim, Per Schaaning, Andreas Cappelen, Mats Eldeen, Vetle Qvenild Werring, Mads Sjogard Pettersen, Robert Follin, Bernhard Ramstad, Inger Johanne Ravn, Charlotte Grundt, Viktoria Winge
Regie: Mats Stenberg
Drehbuch: Thomas Moldestad
Kamera: Anders Flatland
Musik: Magnus Beite
Keine Jugendfreigabe
Norwegen / 2008

Nach der blutigen Tragödie in den Bergen Norwegens hat nur Jannicke aus der Gruppe der Snowboarder überlebt. Halb erfroren und geschwächt schafft sie es eben so wieder zurück in die Zivilisation und in ein Krankenhaus. Doch als sie Stunden später im Krankenbett erwacht, ist es dunkel und ruhig im Krankenhaus. Schnell merkt Jannicke, dass hier etwas nicht stimmt: DER ALPTRAUM IST NOCH NICHT VORBEI


Es gibt sie also doch noch, die Sequels zu einem erfolgreichen und guten Horrorfilm, auf die sich das Warten durchaus lohnt. Wer erinnert sich nicht gern an den norwegischen Überraschungserfolg "Cold Prey" aus dem Jahr 2006, der zwar nicht unbedingt sehr viel Wert auf inhaltliche Originalität gelegt hat, aber einen sehr guten europäischen Slasher aus Europa darstellt. Und dieser Nachfolger knüpft nahtlos da an, wo der erste Teil aufgehört hat, wobei sich die Fortsetzung der Geschichte dieses Mal nicht in der malerischen norwegischen Winterlandschaft, sondern in einem Krankenhaus abspielt, das kurz vor der Schließung steht und lediglich nur noch mit einer absoluten Notbesetzung am Leben gehalten wird. Nachdem Jannicke, die einzige Überlebende des Massakers aus Teil 1 eingeliefert wird, glaubt ihr zunächst keiner so richtig die Geschichte, die sie erzählt. Nachdem aber die Leichen in der Gletscherspalte geborgen-und in das Krankenhaus eingeliefert werden, sieht die Sach ganz anders aus, vor allem, nachdem im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle losbricht und die ersten Toten zu beklagen sind.

Wie schon der Vorgänger besticht auch dieser Film in erster Linie durch seinen dramaturgisch absolut gelungenen Spannungsaufbau und die excellente unheimliche Atmosphäre, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr verdichtet und so für absolute Hochspannung sorgt. Mats Stenberg, der dieses Mal für die Regie verantwortlich war ist es vortrefflich gelungen, nach einem eher ruhigen Beginn die Spannungsschraube kontinuirlich immer fester zu ziehen und so auch dafür Sorge trägt, das sich das Sehverhalten des Zuschauers mit der Zeit drastisch verändert. Denn sitzt man zu Beginn noch verhältnismäßig entspannt vor dem Bildschirm, so entwickelt sich doch mit der Zeit ein sehr starkes Gefühl der Anspannung, das einem phasenweise fast zwangsläufig schweissnasse Hände beschert. Hervorgerufen wird dies insbesondere durch die kühle Optik des Films, die nicht zuletzt für die ein oder andere Gänsehaut verantwortlich ist.

Hierbei tut sich insbesondere der Schauplatz des fast verlassenen Krankenhauses hervor, die Jagd durch die einsamen und düster erscheinenden Korridore entwickelt sich immer mehr zu einem gnadenlosen Katz-und Maus-Spiel, das an Spannung und Intensität nur schwerlich zu überbieten ist. Beim Versuch, sich selbst in die vorherrschende Situation hineinzuversetzen, überzieht sich die eigene Haut nicht gerade selten mit einem dünnen Schweissfilm und man ist heilfroh über die Tatsache, das man das Geschehen aus sicherer Entfernung verfolgen kann, was schon vollkommen ausreichend ist, eine gewisse Nervosität aufsteigen zu lassen. Diese steigert sich zum Ende des Films und nach etlichen Toten noch einmal zusehends, als sich das Szenario aus dem Krankenhaus in das alte Hotel verlagert, das im Vorgänger der Schauplatz der Geschehnisse war und hier als Kulisse für den endgültigen und finalen Showdown dient.

Neben dem fantastischen Spannungsaufbau und der erstklassigen Atmosphäre beinhaltet der Film auch einen in meinen Augen angemessenen Härtegrad, der aber keineswegs übertrieben ist, sondern sich in einem durchaus annehmbaren Rahmen bewegt. Allerdings hätte wohl auch eine 16er Freigabe vollkommen ausgereicht, denn viel mehr harte Szenen als im ersten Teil gibt es auch hier nicht zu begutachten. Dennoch werden auch die Freunde der etwas härteren Gangart voll auf ihre Kosten kommen, wobei man aber keinesfalls ein Splatter-und Gore Festival erwarten sollte. Das wäre aber auch vollkommen unpassend gewesen und hätte den hervorragenden Gesamteindruck des Films auch nur unnötig getrübt, denn hier zählt wirklich das Gesamtpaket und das ist einfach äusserst gut gelungen, da auch im schauspielerischen Bereich wieder absolut Überzeugendes geboten wird.


Fazit:


Das Warten hat sich gelohnt, denn mit "Cold Prey 2" ist ein Sequel entstanden, das wirklich gelungen ist und seinem Vorgänger in Nichts nachsteht. Ein weiteres beispiel dafür, das auch in Europa immer mehr gute und spannende Horrorfilme produziert werden, die so manche US-Produktion locker in die Tasche stecken. Dabei muss es nicht immer inhaltliche Innovation sein, die den Zuschauer begeistert, denn wenn altbewährte Zutaten so toll und interessant verpackt werden wie hier, gibt es gar keinen Grund zur Beschwerde. Fans des Genres sollten sich diesen tollen Film auf jeden fall besorgen, denn spannende und sehr kurzweilige Unterhaltung ist hier garantiert.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Norwegisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 86 Minuten
Extras: Audiokommentar, Making of, Deleted Scenes, Outtakes, Trailer, Special Effects/Featurette

 

 

8/10

20.1.10 17:57


Der Bunte Schleier

 

 

 

 

Der Bunte Schleier
(The Painted Veil)
mit Edward Norton, Naomi Watts, Liev Schreiber, Toby Jones, Diana Rigg, Anthony Wong Chau-Sang, Gesang Meiduo, Cheng Shihan, Catherine An, Bin Li, Bin Wu, Alan David, Marie-Laure Descoureaux, Sally Hawkins, Juliet Howland
Regie: John Curran
Drehbuch: Ron Nyswaner / W. Sommerset Maugham
Kamera: Stuart Dryburgh
Musik: Alexandre Desplat
FSK 12
USA / 2006

Shanghai 1925: Dass seine Frau Kitty ihn nicht aus Liebe geheiratet hat, wusste Walter Fane. Aber dass sie gleich nach ihrer Ankunft in China eine Affäre mit dem britischen Vizekonsul beginnt, kann der verschlossene, nüchterne Arzt und Wissenschaftler nicht hinnehmen. Er zwingt Kitty, ihn in ein abgelegenes Dorf zu begleiten, in dem eine Cholera-Epidemie ausgebrochen ist. Eine selbstmörderische Reise, die nicht nur für Kitty tödlich enden könnte ...


"The Painted Veil", wie der Film im Original heisst, basiert auf dem Roman von W. Somerset Maughan und ist eine Mischung aus Liebesfilm-und Drama, das in erster Linie durch seine beiden hervorragenden Hauptdarsteller (Naomi Watts, Edward Norton) und seine fantastischen Landschaftsaufnahmen überzeugen kann. Leider hat dieses imposante und beeindruckende Werk bisher in Deutschland nicht die Aufmerksamkeit erlangt, die ihm aufgrund der vorhandenen Klasse eigentlich zustehen müsste, denn wird man doch mit einer sehr interessanten Geschichte konfrontiert, die sehr tiefgründig ist und den Betrachter von Beginn an in ihren Bann zieht. Verläuft der Anfang noch geradezu typisch für eine 08 / 15 Liebes-Romanze, die eigentlich unter keinem guten Stern steht, so entwickelt das Geschehen doch im weiteren Verlauf eine äusserst dramatische Seite, die dem ganzen auch eine Menge an Tiefgang verleiht.

Dabei steht aber längst nicht nur die zwischenmenschliche Beziehung der beiden Hauptdarsteller im Vordergrund, man bekommt auch einen tiefen Einblick in die vorherrschende Situation, die beide in China vorfinden und an die sich gerade die in wohlbehüteten Verhältnissen aufgewachsene Kitty nur schwer gewöhnen kann. Die beiden treffen auf katastrophale hygienische Verhältnisse und setzen sich selbst der Gefahr aus, ihr Leben zu verlieren. Während Walter sich in seine Arbeit stürzt und Kitty mit Nichtachtung bestraft, da sie ihn betrogen hat, kann man sehr gut nachvollziehen, wie sich mit der Zeit Kitty's Einstellung und somit auch Ihr Charakter grundlegend ändert. Ihre vorher vorhandene Gleichgültigkeit verschwindet fast gänzlich und auch der Anschein, das es sich bei ihr um eine vollkommen verzogene und eher arrogante junge Frau handelt, löst sich vollkommen in Luft auf. Sie verwandelt sich mit der Zeit in eine Frau, die über ihre eigenen Fehler nachdenkt und das Leben mit einemmal von einer ganz anderen Seite sieht.

Es ist gerade diese innere Wandlung, die hier von Naomi Watts besonders eindrucksvoll dargestellt wird, durch ihr authentisches Schauspiel vermittelt sie einem jederzeit den Eindruck, das man ein wirklich realistisches Szenario geboten bekommt, dessen Glaubwürdigkeit zu keiner Zeit angezweifelt wird. Aber auch Edward Norton in der Rolle des eher in sich gekehrten Mediziners steht ihr dabei in Nichts nach, kann man doch insbesondere seine innere Verletztheit förmlich spüren, die er durch äusserliche Härte zu überspielen versucht. Wenn auch das Schauspiel der beiden Hauptcharaktere dem Film ganz unweigerlich seinen Stempel aufdrückt, so sollte man auch die restlichen Schauspieler keineswegs unerwähnt lassen, die zwar sichtlich im Hintergrund agieren, aber deswegen trotzdem hervorragend agieren und so auch ihren Teil zu einem insgesamt überzeugendem Gesamtbild beitragen.

Zum Ende hin mischt sich dem dramatischen Aspekt des Filmes auch noch eine äusserst tragische Note bei, die aber absolut in das Geschehen hineinpasst und den realistischen Eindruck, den der Film hinterlässt, noch einmal ganz besonders hervorhebt. Ein sogenanntes Happy End wäre hier hier nicht angebracht gewesen und hätte warscheinlich sogar eher befremdlich gewirkt. So kann man letztendlich festhalten, das "Der Bunte Schleier" ein rundum gelungener Film ist, der ganzzeitig bestens zu unterhalten weiss und sich qualitätsmäßig auf einem äusserst hohen Niveau ansiedelt. Man kann nur hoffen, das diesem bildgewaltigen und wunderschönen Film noch die Aufmerksamkeit geschenkt wird, die er aufgrund der vorhandenen Klasse absolut verdient hat.


Fazit:


"Der Bunte Schleier" erzählt auf sehr intensive Art und Weise eine Geschichte, die einerseits mit wundervollen Bildern begeistert, aber andererseits aber auch viel Elend darstellt, in dessen Zentrum eine unglückliche Liebesbeziehung steht, die zu keiner Zeit kitschig oder überzogen dargestellt wird. Dafür sorgen allein schon zwei brillante Protagonisten, die das Geschehen durch ihre Schauspielkunst realitätsnah und glaubhaft zum Zuschauer transportieren. Ein qualitativ hochwertiger Film, den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, da er auch die eigene Seele berührt und somit seine nachhaltigen Spuren hinterlässt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch DTS, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 120 Minuten
Extras: Interviews, Trailer, Trailershow

 

 

8,5/10

20.1.10 00:54


The Twilight Thirst

 

 

 

 

The Twilight Thirst
(The Thirst)
mit Matt Keeslar, Clare Kramer, Jeremy Sisto, Serena Scott Thomas, Neil Jackson, Adam Baldwin, Ave Rose Rodil, Alicia Morton, Charlotte Ayanna, Erik Palladino, Michael Mantell, Dawn Weld, Ellie Cornell, Blaine Pate, Tom Lenk
Regie: Jeremy Kasten
Drehbuch: Ben Lustig / Liz Maccie
Kamera: Raymond Stella
Musik: Joe Kraemer
Keine Jugendfreigabe
USA / 2006

Max und Lisa sind ein Paar. Doch Lisa stirbt an einer Krankheit, was Max total aus der Bahn wirft. Als Max eines Nachts seine tot geglaubte Freundin in einem Underground-Club erblickt, traut er zuerst seinen Augen nicht. Doch er ist sich sicher: Das war Lisa. Und er muss sie finden. Bald trifft er auf den geheimnisvollen Darius und sein Gefolge, dem auch Lisa angehört: Sie ist, wie sie Max erklärt, dem Tod nur halb entkommen. Lisa ist zum Vampir geworden. Wenn Max mit seiner Freundin nun eine Zukunft haben möchte, muss auch er diesen Pfad beschreiben. Doch er hat die Wucht der ständigen Gier nach Menschblut unterschätzt...


"The Twilight Thirst" stellt meiner Meinung nach einen der besseren neuen Vertreter des Genres dar, das sich mit der Vampir-Thematik beschäftigt. Nostalgiker und Freunde des Vampirfilms alter Schule hingegen werden wohl eher die Nase rümpfen, den von alten Schlössern oder der ehemals schaurig-gruseligen Atmosphäre ist hier eigentlich gar nichts mehr zu spüren. Rein inhaltlich gesehen schlägt der Film in eine ähnliche Kerbe wie zum Beispiel "Near Dark" oder "The lost Boys", wobei bei vorliegendem Werk noch ein ordentlicher Härtegrad hinzukommt, denn teilweise geht es recht hart und extrem blutig zur Sache, was ganz besonders die Freunde der etwas härteren Gangart erfreuen dürfte.

Dabei ist es längst nicht nur die Härte, die diesen neumodischen Vampirfilm auszeichnet, denn auch die Geschichte an sich ist absolut sehenswert, wenn auch nicht gerade neu, denn es wird nichts geboten, was man nicht schon einmal gesehen hätte. Und dennoch lässt man sich als Betrachter besonders gern von der dreckigen und teils sehr düster gehaltenen Atmosphäre gefangennehmen, die ihre Wirkung keinesfalls verfehlt und der Geschichte ein würdiges Ambiente verleiht. Dabei geht es gleich zu Beginn einmal so richtig zur Sache und man wird schon einmal darauf eingestimmt, das man es mit einem härteren Vertreter seiner Art zu tun bekommt und sich keinesfalls auf einem Kindergeburtstag befindet, denn insbesondere der erste in Szene gesetzte Mord ist von sehr brachialer Natur. Gleichzeitig wird auch das von der ersten Minute an eingeschlagene rasante Erzähltempo jederzeit beibehalten, so das langatmige Passagen erst gar nicht entstehen und man ganzzeitig kurzweilige Unterhaltung genießen kann.

Das ist auch darin begründet, das "The Twilight Thirst" auch durchaus seine humorigen Momente hat und jenseits jeden Mainstream-Films angesiedelt ist. Denn dieser Film wirkt teilweise schräg und leicht skurril, in manchen Phasen sogar etwas billig, aber auch sehr sexy und stellenweise etwas trashig. Was sich jetzt im ersten Moment eventuell eher negativ anhört, zeigt vielmehr die Stärken des Werkes auf, die insbesondere den Fans gefallen dürften, die ein Faible für etwas nicht alltägliche Filme haben. Echte Mainstreamer werden wohl weniger Freude an diesem sehr blutigen Spektakel haben, denn das gesamte Geschehen wird auf sie wohl eher einen sehr gewöhnungsbedürftigen Eindruck hinterlassen, wohingegen die wahren Fans mit einer leicht trashigen und harten Splatter/Gore Granate belohnt werden, die wirklich alles beinhaltet, was Filme dieser Art so auszeichnet und absolut sehenswert macht.

Dazu zählt auch die Darsteller-Riege, die durch ihre dargebotenen Leistungen eine Menge zum insgesamt sehr guten Gesamtbild beitragen, die einzelnen Charaktere werden excellent dargestellt und passen durch die vorhandene und nicht übersehbare Skurrilität absolut perfekt in das schräge Szenario, das sich einem hier offenbart. Letztendlich hat Regisseur Jeremy Kasten hier einen Film geschaffen, der ganz sicher nicht jeden Geschmack treffen wird, der aber in Fan-Kreisen ganz bestimmt sehr wohlwollend aufgenommen wird und gerade durch seine temporeiche Erzählweise und die knackig verpackte Story jederzeit überzeugen kann. Hinzu kommt der nicht zu verachtende Härtegrad und auch die schrillen und lauten Momente des Films heben ihn von den üblichen Genre-Vertretern positiv ab und machen ihn in meinen Augen zu etwas Besonderem.


Fazit:


Witzig, schräg, skurril, laut, hart, blutig und kompromisslos, all das sind Bezeichnungen, die "The Twilight Thirst" perfekt beschreiben, so das man sich von Anfang an darüber im Klaren sein sollte, auf welche Art Vampirfilm man sich hier einlässt. Durch seine Laufzeit von gerade einmal gut 80 Minuten ist das ganze Geschehen knackig und kompakt verpackt worden, langatmige Phasen sucht man vergebens. Ein leicht trashiger Anstrich verleiht diesem Werk seine ganz eigene Note, so das man im Endeffekt mit einem hervorragend unterhaltendem Vampirfilm konfrontiert wird, den man sich auf jeden Fall anschauen sollte, wenn man auf der Suchenach kurzweiliger und blutiger Unterhaltung ist, denn die wird hier definitiv geboten.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,78:1 (16:9)
Laufzeit: 82 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow

 

 

8/10

19.1.10 19:08


Projekt 2

 

 

 

 

Projekt 2
(Proyecto Dos)
mit Helena Carrion, Adria Collado, Tomas del Estal, Yaiza Esteve, Nuria Gago, Jesus Granda, Lucia Jiminez, Alfonso Lara, Maria Luisa Merlo, Carlos Olalla, Josep Maria Pou, Bruno Squarcia, Manuel Zarzo
Regie: Guillermo Fernandez Groizard
Drehbuch: Nacho Cabana / Guillermo Fernandez Groizard
Kamera: Keine Information
Musik: Crispin Taylor / Christopher Slaski / Daniel Sanchez de la Hera
FSK 16
Spanien / 2007

Diego Durand hatte alles, wofür es sich zu leben lohnt: einen tollen Job, eine gut aussehende, intelligente Frau und einen wunderbaren Sohn. Bis ein TV-Beitrag sein Leben komplett aus den Fugen reißt. Wer ist dieser Tote aus den Fernsehehnachrichten? Ein Zwilling? Ein Klon? Er selbst? Diego versucht alles, um Antworten zu finden. Doch er muss bald feststellen: jemand möchte unbedingt verhindern, dass er die Wahrheit herausfindet. Diego wird zum Gejagten! Ein nervenzerreissendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt!


Ganz egal, ob es sich um Horrorfilme, Fun-Splatter oder wie hier um Thriller handelt, das Spanien ein sehr gutes Pflaster für niveauvolle und gute Unterhaltung ist, weiss man nicht erst seit Filmen wie "[REC]", "Mucha Sangre" oder "Das Waisenhaus". Regisseur Guillermo Fernandez Groizard fügt mit seinem spannenden Thriller einen Beitrag hinzu, der sich fast nahtlos in die Reihe der vielen guten Filme einreiht, die uns die Spanier in den letzten Jahren präsentiert haben. Dem Zuschauer offenbart sich dabei eine sehr spannende und temporeiche Story, die zu keiner Zeit auch nur annähernd langatmig wirkt und ganzzeitig das eingeschlagene und teils sehr rasante Tempo halten kann und zudem noch mit wirklich guten Darstellern besetzt ist, die allesamt durch absolut überzeugende Schauspielleistungen auffallen.

Die Frage, die man sich bei diesem Film ganz automatisch selbst stellt ist die, wie man reagieren würde, wenn man immer wieder mit erinnerungsähnlichen Flashbacks konfrontiert wird und nicht selten das Gefühl erlebt, gewisse Situationen schon einmal erlebt zu haben. Diese Deja vu-artigen Erlebnisse hat nämlich die Hauptfigur Diego immer öfter und als er eines Tages auch noch einen toten Mann im TV sieht, der im bis aufs Haar gleicht, beginnt er, an seiner Herkunft zu zweideln und stellt Nachforschungen an, die Licht in die vielen ungeklärten Fragen bringen sollen. Dabei gerät er in ein atemberaubendes Katz-und Maus-Spiel, bei dem auch sein-und das Leben seiner Familie auf dem Spiel steht.

Wirkt das Geschehen hier am Anfang durch die vielen eingestreuten und teilweise sehr ungeordneten Flashbacks etwas verwirrend, so klärt sich im Laufe der Geschichte alles lückenfrei auf und sorgt so dafür, das beim Betrachter am Ende des Films keinerlei Fragen offenbleiben. Doch bis dorthin ist es ein ziemlich weiter Weg, auf dem Diego allerlei Steine in den Weg gelegt werden und es ihn sehr viel Mühe und Adrenalin kostet, bis er letztendlich den totalen Durchblick erhält. Auf seiner verzweifelten Suche nach der Wahrheit sind ihm jederzeit Killer auf den Fersen, die ihn und seine Familie gnadenlos jagen. Doch selbst in den eigenen Reihen stösst Diego auf Ungereimtheiten und muss feststellen, das eine ihm sehr nahe stehende Person nicht mit offenen Karten spielt und ihn anscheinend hintergeht. Wie man schon merken dürfte, beinhaltet das Szenario also jede Menge an Spannungs-Potential, was für einen äusserst interessanten Filmgenuss garantiert, den man auch ohne Einschränkung die gesamte Laufzeit über geboten bekommt.

Die Faszination der Geschichte überträgt sich hier fast schon zwangsläufig auch auf den Zuschauer, der es kaum verhindern kann, das seine Hände in einigen Passagen schweissnass werden, denn das temporeiche Geschehen ist dafür einfach prädestiniert und zieht einen unwillkürlich in seinen Bann. Das dargebotene Schauspiel sorgt noch zusätzlich für ein hohes Maß an Authenzität, da sämtliche Charaktere absolut glaubwürdig und sehr überzeugend dargestellt werden und dem Ganzen so eine noch intensivere Note verleihen, als es von Haus aus schon der Fall ist.


Fazit:


"Projekt 2" ist ein absolut sehenswerter Thriller, der sich insbesondere durch seine temporeiche Erzählweise, sehr viel Spannung und seine hervorragenden Darsteller auszeichnet. Über 90 Minuten Hochspannung und sehr kurzweilige Unterhaltung sind hier vorprogrammiert, so das man gar nicht merkt, wie schnell doch eigentlich die Zeit vergeht. Und das ist wohle eines der größten Komplimente, die man einem Film überhaupt machen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Spanisch DTS, DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 97 Minuten
Extras: Trailer

 

 

7,5/10

19.1.10 11:51


Small Town Secret

 

 

 

 

Small Town Secret
(Elsewhere)
mit Anna Kendrick, Paul Wesley, Tania Raymonde, Chuck Carter, Olivia Down York, Jeffrey Daniel Phillips, Shannon Holt, Kinna McInroe, Jon Gries, Dan Flannery, Suzanne Lang, Eddie Martinez, Joshua Swanson, Holi Tavernier, Pasquale Chase Rulli
Regie: Nathan Hope
Drehbuch: Nathan Hope
Kamera: Mike Karasick
Musik: Keine Information

Jillian hat das Provinzleben satt. Sie hofft, durch das Internet einen Weg aus ihrem langweiligen Leben zu finden: Sie möchte dort einen Mann kennenlernen, der sie endlich aus dem Kaff her- ausholt. Doch ihr Plan scheint auf fürchterliche Weise schiefzugehen, als sie von einem Date mit einer Online-Bekanntschaft nicht zurückkehrt. Die einzige Spur, die sie hinterlässt, ist eine kryptische Videobotschaft an ihre beste Freundin Sarah. Als diese das mysteriöse Verschwinden von Jillian aufklären will, trifft sie in der kleinen Stadt auf eine Mauer des Schweigens: Welches Geheimnis ist den Einwohnern des scheinbar so verschlafenen Provinznests mehr wert als das Leben einer jungen Frau?


Mit seinem Regie-Debut in Spielfilmlänge hat Nathan Hope einen Thriller geschaffen, der eine ganze Weile braucht, bis er so richtig in Schwung kommt. In den ersten gut 30 Minuten überkommt einen nämlich viel eher das Gefühl, es mit einer Art Jugend-Drama zu tun zu haben, in dem zwei charakterlich vollkommen unterschiedliche Freundinnen die Hauptrollen spielen, von denen eine aus scheinbar behüteten und wohlhabenden Verhältnissen stammt, wohingegen die andere in ärmlichen Verhältnissen lebt und sich zum Ziel gesetzt hat, das Provinzleben der Kleinstadt hinter sich zu lassen. Erst als sie von einem Date mit einer Internet-Bekanntschaft nicht zurückkehrt, beginnt ihre beste Freundin sich Sorgen zu machen und versucht, Licht in das Dunkel zu bringen, wobei sie am Ende der Geschichte auf ein schreckliches Geheimnis stösst, das unter der spießbürgerlichen Oberfläche der Kleinstadt verborgen liegt.

Nun gut, die Geschichte bietet nicht gerade etwas Neues und beinhaltet auch keinerlei innovative Impulse, denn diese Thematik hat man doch schon etliche Male in dieser oder in ähnlicher Form irgendwo gesehen und dennoch bin ich der Meinung, das "Small Town Secret" ein absolut sehenswerter Genre-Beitrag ist. Auch wenn es einige Zeit dauert, bevor sich hier richtige Spannung aufbaut, ist der Film zu keiner Zeit langweilig geraten, lediglich die etwas zu lang geratene Einführungsphase der Geschichte hätte man etwas straffen können, da einige Passagen eher belanglos und teils überflüssig erscheinen.

Doch spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem Jilian von ihrem Date nicht mehr zurückkehrt, nimmt das Geschehen rasant an Tempo und Spannung zu, was sich auch bis zum Ende der Story nicht mehr ändert. Wenn man zu Beginn noch eher entspannt dem ersten Drittel des Films gefolgt ist, so entwickelt sich doch jetzt ein immer stärker werdendes Interesse am Geschehen, da man den enormen Spannungsanstieg einfach nicht ignorieren kann. Ebenso verhält es sich auch mit der vorhandenen Grundstimmung, aus der zu Beginn miefigen und angestaubten Kleinstadt-Atmosphäre entwickelt sich fast schlagartig ein bedrohliches Szenario, das einen doch richtig in seinen Bann zieht und dem Ganzen eine erstaunliche Wendung verleiht, die man nach dem ersten Drittel des Films schon fast nicht mehr für möglich gehalten hätte. Es entwickelt sich ein wirklich packender Thriller und auch, wenn die Lösung des Geheimnisses für manch Einen leicht vorhersehbar erscheinen mag, so nimmt das der Geschichte nichts von der sich entfaltenen Spannung und Faszination.

Auch die hier agierende Darsteller-Riege liefert durchaus solide Leistungen ab, wobei insbesondere die beiden Freundinnen Jilian (Tania Raymonde) und Sarah (Anna Kendrick) recht authentisch und überzeugend agieren und so ihren Teil zu einem insgesamt guten Gesamtbild zusteuern. Sicherlich bekommt man es hier nicht mit einem Meilenstein des Genres zu tun, bekommt aber im Endeffekt einen überzeugenden Thriller geboten, der lediglich etwas Zeit braucht, bevor er so richtig in Schwung kommt. Ich fühlte mich jedenfalls gut unterhalten und habe mich auch nicht weiter an der etwas zu langen Einführungsphase gestört, denn meiner Meinung nach konnte dadurch die Intensität der später folgenden Passagen noch erhöht werden.


Fazit:


"Small Town Secret" ist nicht besonders innovativ, bietet aber eine gut und interessant erzählte Geschichte, die nach einer guten halben Stunde merklich an Spannung und Intensität zunimmt und so auch den nötigen Thrill entwickelt. Solide Darsteller und eine phasenweise herrlich bedrohliche Grundstimmung sorgen für ein insgesamt kurzweiliges und interessantes Filmvergnügen, das man sich auf jeden Fall einmal zu Gemüte führen sollte.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch DTS 5.1, DD 5.1 / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 106 Minuten
Extras: Audiokommentar, Featurette, Deleted Scenes, Fotogalerie

 

 

7/10

18.1.10 17:51


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