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 Update 23.01

 

 

horrors Film-Archiv ist meine persönliche Seite,auf der ich anderen Menschen einige Filme näherbringen möchte, indem ich ein Review über sie verfasse. Ich hoffe, das ich damit eventuell eine Kaufentscheidung etwas leichter machen kann.

 

Weiterhin werde ich in unregelmäßigen Abständen auch einige von mir verfasste Artikel einstellen, die sich hauptsächlich auf das Horror-Genre beziehen.

 

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, das diese Seite keinerlei kommerziellen Zwecken dient, sondern rein privater Natur ist.

 

Wenn Euch meine Seite gefällt, würde ich mich auch sehr über Gästebuch-Einträge freuen, Lob und konstruktive Kritik sind selbstverständlich auch wünschenswert.

 

Zur Zeit enthält die Seite 121 Reviews zu Filmen und 9 Artikel.

Alter: 51
 



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Blog

La Bete

 

 

 

 

La Bete
(La Bete)
mit Sirpa Lane, Lisbeth Hummel, Elisabeth Kaza, Pierre Benedetti, Guy Trejan, Roland Armontel, Marcel Dalio, Robert Capia, Pascale Rivault, Hassane Fall, Anna Badalccini, Thierry Bourdon, Mathieu Rivollier, Julien Hanany, Marie Testaniere
Regie: Walerian Borowczyk
Drehbuch: Walerian Borowczyk
Kamera: Bernard Daillencourt / Marcel Grignon
Musik: Keine Information
Keine Jugendfreigabe
Frankreich / 1975

Um den finanziellen Ruin der Adelsfamilie abzuwenden, der nun nach jahrelanger Misswirtschaft droht, sieht Marquis Pierre de l'Esperance nur noch einen Ausweg: sein Sohn Mathurin und Lucy Broadhurst, amerikanische Millionenerbin eines großen Familienunternehmens, müssen unbedingt heiraten so schnell es geht. Die Weichen sind schon lange gestellt, denn die beiden Väter waren gute Freunde und so wurde die Hochzeit der Kinder schon längst beschlossen. Der Onkel des Marquis zeigt sich von der geplanten Hochzeit allerdings wenig begeistert. Ein alter Familienfluch besagt, dass eine Heirat Mathurins Tod bedeutet. Als Lucy und ihre Tante auf dem Schloss eintreffen, sind die Vorbereitungen aber bereits in vollem Gange. Bei ihrem Streifzug durch das Anwesen ist Lucy fasziniert von einem Gemälde Romildas, einer Urahnin der Familie, und findet in einem alten Buch die Zeichnung einer schrecklichen Bestie, mit der Notiz am Rand: "Ich bin ihm begegnet, und ich habe mit ihm gekämpft". In der darauf folgenden Nacht träumt sie von dieser Begegnung. Doch was als Albtraum beginnt verwandelt sich plötzlich in pure Lust - animalisch, exzessiv, grenzenlos... Schweißgebadet erwacht sie. War alles nur ein Traum?


Das es sich bei "La Bete" um einen Film handelt, der die Meinungen extrem spaltet, wird einem schon nach ziemlich kurzer Zeit klar, denn die hier erzählte Geschichte ist alles andere als das, was man im Normalfall von einem Film erwartet. Der Film macht von Beginn an keinen Hehl daraus, das er eigentlich nur provozieren will und dabei mit sexuellen Fantasien aller Art nur so um sich wirft. Regisseur Walerian Borowczyk lässt dabei rein gar nichts aus, ganz egal, ob es sich dabei um den sodomistisch veranlagten Mathurin, einen pädophilen Pfaffen, die nymphomane Tochter des Marquis, oder die wirren Träume der Lucy Broadhurst handelt. So wird der Zuschauer gleich zu Beginn mit einem Hengst und einer Stute konfrontiert, die es wild miteinander treiben, was sicherlich bei vielen Leuten die Frage aufwerfen wird, was dieser Einstieg in den Film wohl bedeuten mag. Es ist nicht mehr und nicht weniger als der Einstieg in einen Film, der im Prinzip lediglich aus sexuellen Provokationen besteht, was sich auch im Laufe des Geschehens immer mehr herauskristallisiert.

24 lange Jahre stand dieses umstrittene Werk auf dem Index und wenn man ganz ehrlich ist, kann man das auch durchaus nachvollziehen, denn die ständigen sexuellen Provokationen sind doch teilweise auch recht schockierend in Szene gesetzt worden. Hierbei stechen wohl insbesondere die Passagen des Films hervor, die sich mit den Traum-Sequenzen beschäftigen, in denen das Biest die Urahnin der Adelsfamilie vergewaltigt, diese dann aber den Spieß umdreht und ihrerseits die Initiative beim skurrilen Geschlechtsakt übernimmt. Dabei werden einem auch immer wieder die einzelnen Geschlechtsorgane in Großaufnahmen präsentiert und auch beim Austreten von Körperflüssigkeiten hält die Kamera voll drauf, so das man wirklich alle Einzelheiten erkennen kann. Und so gewöhnungsbedürftig wie diese Szenen ist der gesamte Film, dessen Erzählweise für viele sogar als langweilig und relativ uninteressant angesehen werden kann, denn eine echte Erzähl-Struktur lässt sich manchmal lediglich erahnen. Und dennoch, oder gerade deswegen geht auch eine ganz eigenartige Faszination von dem hier gezeigten Treiben aus, das auf eine ganz eigenartige Art und Weise Besitz von einem ergreift.

So belanglos die Geschichte manch Einem auch vorkommen mag, denn sie bietet eigentlich gar keine Highlights und ist lediglich ein Sammelsurium der unterschiedlichsten Sex-Fantasien, so sehr versteht sie es auch, die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich zu gewinnen. Das liegt sicherlich auch an den teils fantastisch fotografierten Bildern, die man hier zu sehen bekommt und an dem künstlerischen Eindruck, den dieses Werk hinterlässt. Sicher wird es sehr viele Leute geben, die das nicht nachvollziehen können, aber "La Bete" ist in meinen Augen definitiv ein Film mit einem extrem hohen künstlerischen Ausdruck. Und ganz egal, wie man zu der Anhäufung an Sex-Szenen steht, sie wirken äusserst ästhetisch und hinterlassen allein dadurch einen nachhaltigen Eindruck beim Betrachter. Doch den hinterlässt eigentlich der gesamte Film, der egal, wie man zu ihm steht, auf jeden Fall zu Diskussionen anregt und auch die Sinne belebt. Nur sollte man hier von Anfang an mit vollkommen anderen Erwartungen an dieses Werk herangehen, denn die Story ist nur sehr schwer mit anderen zu vergleichen, da es auch keinen Spannungsaufbau im herkömmlichen Sinne zu begutachten gibt. Es baut sich lediglich eine phasenweise ziemlich kranke Atmosphäre auf, die allein schon durch die doch skurrile Thematik des Films entsteht.

Abschließend kann man festhalten, das "La Bete" mit Sicherheit kein Film ist, der für das breite Mainstream-Publikum geeignet ist und selbst bei geübten Cineasten für die unterschiedlichsten Meinungen sorgen wird. Man muss schon ein Faible für extrem aussergewöhnliche Filme haben, um mit diesem Werk etwas anfangen zu können. Hier gibt es eigentlich nur zwei Seiten, entweder man liebt dieses Werk, oder man kann gar nichts damit anfangen, ein Mittelweg ist wohl kaum möglich. Eines aber kann man diesem "Skandalfilm" auf keinen Fall absprechen und das ist die künstlerische Komponente des Geschehens und die damit verbundene Ästhetik, die den Zuschauer auf jeden Fall beeindruckt.


Fazit:


"La Bete" ist ein äusserst provozierendes Stück Film, das dies auch in jeder Phase zum Ausdruck bringen will. Hier wird man mit einer Ansammlung sexueller Fantasien konfrontiert, die bei manch Einem vielleicht sogar eine Art Ekel hervorrufen können. Der Begriff "Das Tier im Manne" bekommt hier eine ganz besondere Bedeutung und wird auch auf sehr beeindruckende Art und Weise ins Bild gesetzt. Man liebt oder man hasst diesen Film, aber man sollte ihn auf jeden fall einmal gesehen haben. Für mich persönlich handelt es sich hier um ein künstlerisches Meisterwerk, was aber sicherlich im Auge des betrachters liegt.


9/10

18.1.10 12:56


Der Tag, an dem die Erde stillstand (2008)

 

 

 

 

Der Tag, an dem die Erde stillstand
(The Day, the Earth Stood Still)
mit Keanu Reeves, Jennifer Connelly, Kathy Bates, Jaden Smith, John Cleese, Jon Hamm, Kyle Chandler, Robert Knepper, James Hong, John Rothman, Sunita Prasad, Juan Riedinger, Sam Gilroy, Tanya Champoux, Rukiya Bernard
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: David Scarpa / Edmund H. North
Kamera: David Tattersall
Musik: Tyler Bates
FSK 12
USA / 2008

Er ist gekommen - Der Tag, an dem die Erde stillstand. Auf der ganzen Welt tauchen fremdartige Sphären auf, die global für Unruhen und Panik sorgen. Mit ihnen erscheint Klaatu, Repräsentant einer mächtigen Allianz von fremden Planeten, die die Erde und die Menschheit seit geraumer Zeit beobachten. Eilig stellt die US-Regierung ein Team von Wissenschaftlern zusammen, um das Rätsel der Erscheinungen aufklären und sich einer möglichen Bedrohung stellen zu können. Unter ihnen ist auch die Biologin Helen, die nach und nach das gesamte Ausmaß von Klaatus Auftrag als "Freund der Erde" begreift...


Viele Leute stellten sich ja schon weit bevor dieses Remake rauskam die Frage, ob es notwendig war, den amerikanischen Kultfilm von 1951 zu covern. Ich persönlich finde es sehr gut, das diesem eher ruhigen SCI/FI Klassiker eine Neuinterpretation spendiert wurde. Zwar kommt die Neuverfilmung nicht an die vorhandene Klasse des Originals heran, doch die teils vernichtenden Meinungen über die neue Version kann ich nicht verstehen.

Gerade die Tatsache, das hier keine 1:1 Kopie entstanden ist, sondern Regisseur Scott Derrickson einige eigene neue Ideen miteingebracht hat, beschert dem Film schon einmal einige Pluspunkte. So landet hier zum Beispiel kein Raumschiff auf der Erde, sondern unzählige sogennannte Sphären verteilen sich auf der gesamten Welt. Auch die Kernaussage des Films, das die Welt kurz vor dem Ende steht, wird hier viel agressiver angegangen, so werden beispielsweise erste Ansätze der Zerstörung gezeigt, was im Original gar nicht zu sehen ist.

Am meisten aber stört mich, wenn ich immer wieder lese, das der Film nicht genügend Action beinhaltet. So eine Meinung kann eigentlich nur von Leuten kommen, die nie die Originalversion gesehen haben, denn ansonsten müsste man eigentlich wissen, das auch dort eigentlich gar keine Action vorhanden war. Die Besonderheit in diesem SCI/FI Film ist doch die tatsache, das die Außerirdischen endlich einmal als Helfer dargestellt werden, die unsere Welt vor der Vernichtung retten wollen und wir Menschen es sind, die ihnen agressiv gegenübertreten. Und gerade das wird in beiden Versionen ganz ausgezeichnet zum Ausdruck gebracht.

Auch in Sachen Darsteller hat man bei der Neuversion in meinen Augen eine recht gute Auswahl getroffen, wobei mir persönlich vor allem Jennifer Connelly's Darstellung sehr gut gefallen hat, gerade die gefühlsbetonte Seite, die zum Ausdruck kommt, als sie erfährt, wie es um unseren Heimatplaneten bestellt ist. Manch einer scheint ihre Darstellung ja als übertrieben weinerlich anzusehen, doch wie soll man denn reagieren, wenn man hört, das praktisch alles Leben auf dem Planeten ausgemerzt werden soll? Da sind doch Tränen und Verzweiflung eigentlich eine ganz normale und menschliche Regung, oder etwas nicht?

Und auch Keanu Reeves in der Rolle des Klaatu ist doch die ideale Besetzung, denn kaum ein anderer Darsteller hat auch nur einen annähernd so stoischen und emotionslosen Gesichtsausdruck wie er. Dadurch wirkt doch seine Rolle als eher "unparteiischer Schiedsrichter" umso autenthischer und somit auch sehr glaubwürdig. Doch im Endeffekt ist es natürlich wie immer Geschmackssache, mir jedenfalls hat diese Neuauflage genau das geboten, was ich mir von ihr erwartet habe, nämlich die beibehaltung der Grundidee, angereichert mit einigen neuen Ideen und diversen Abweichungen der Originalgeschichte.

Wer das Original kennt und zu schätzen weiss, der sollte diesem Film auch eine faire Chance geben, denn so schlecht, wie er oft gemacht wird, ist er bei weitem nicht. Wer allerdings pausenlose Action erwartet, der sollte von Anfang an die Finger von diesem Werk lassen.


7/10

17.1.10 22:40


Horror - Mehr als nur Zombies und Innereien: Teil 5

Teil 5
Der Teenie-Horrorfilm
-Eine Übersicht-


Sicherlich hätte man den Großteil dieser Filme auch im Slasher-Bereich unterbringen können, aber diese noch ziemlich neue Art des Horrorfilms, kann man doch eigentlich schon als eigenes Sub-genre ansehen und viele Leute tun das auch. Ausserdem gehen zwar der größte Teil dieser Filme in die Slasher-Richtung, aber es gibt auch rinige Ausnahmen.

Diese neue Welle, oder auch oft "Renaissance des Slasher-Films" genannt, begann 1996, als Altmeister Wes Craven seinen Film Scream an den Start brachte. Zu dieser Zeit ahnte wohl kaum jemand, welch eine Lawine damit ins Rollen gebracht wurde. Doch Scream wurde ein solch sensationeller Erfolg, das es nur eine Frage der Zeit war, bis die ersten Nachahmer folgen sollten. Und wenn man bedenkt, das diese neue Slasher-Welle bis heute nicht gestoppt ist, dann kann man sich schon denken, das es nicht wenige sind.

Die wohl so ziemlich am bekanntesten Filme, die in die gleiche Kerbe schlugen, sind Ich weiss, was du letzten Sommer gatan hast aus dem Jahre 1997, oder auch Düstere Legenden von 1998. Zusammen mit Scream sind das auch genau die Filme, die noch je 2 Fortsetzungen nach sich zogen. Bei den beiden zuletzt genannten Filmen hätte man sich allerdings den jeweils dritten Teil eher verkneifen sollen, denn der ging bei beiden Titeln nach hinten los. Die Scream-Trilogie ist hier auch die mit Abstand beste, vor allem weil hier ein wirklich durchgehender Handlungsstrang zu erkennen ist, der im Endeffekt und in seiner gesamtheit wirklich nur eine Geschichte erzählt. Bei der sogenannten Sommer-Trilogie sind es lediglich die ersten beiden Teile, die wirklich zusammengehören, wohingegen Teil 3 ein vollkommen eigenständiger Film ist. Bei Düstere Legenden ist es nur der Titel, den alle 3 Teile gemeinsam haben,ansonsten sind alle 3 eigenständige Filme. Vor allem die Scream-Trilogie unterscheidet sich hier auch etwas im Gegensatz zum "alten" Slasher, denn hier wurde auch ganz bewust viel Humor mit eingebaut und die Filme nehmen sich auch selbst nicht so ganz ernst. Hier wurde vielmehr das Genre und seine sogenannten regeln sehr oft zum Teil der Handlung gemacht.

Die bis jetzt aufgeführten Filme sind aber noch lange nicht alle, die durch die neue Teenie-Welle zu uns gespült wurden, es gab immer mehr Regisseure, die auf den Erfolgszug aufspringen wollten und immer mehr dieser Filme wurden gedreht. Manch einer davon konnte auch wirklich überzeugen, wie zum Beispiel Tamara aus dem Jahre 2005, in dem der Slasher mit der Hexen-Thematik verknüpft wurde und das Ergebnis ein absolut sehenswerter Film ist. Es gab aber auch einige Enttäuschungen, zu denen auch teilweise der 2000 erschienene Cherry Falls - Sex oder stirb zählt, der damals als innovativ und neu großspurig angekündigt wurde, dieses versprechen aber leider nicht einhalten konnte. Wenn man es so will, bestand die einzige Innovation darin, das der Mörder nur Jungfrauen getötet hat. Wenn das allein schon ausreicht, um innovativ zu sein, dann ist es wohl um wirklich neue Ideen sehr schlecht bestellt. Die meisten Filme dieser Teenie-Welle bleiben wohl eher im soliden Mittelfeld stecken, der eine ist etwas besser, der andere etwas schlechter, prägnante Beispiele dafür sind Filme wie Wishcraft (2002) oder 7eventy 5ive (2006).

Aber nicht alle der neuen Teenie-Filme sind waschechte, reine Slasher, es gibt sogar Filme, die wirklich innovativ sind und so komme ich zu Final Destination aus dem Jahre 2000. Hier kam wirlich mal etwas neues auf den Markt und bot eine gelungene Abwechslung zum oft gezeigten Einheitsbrei. Hier gab es mal keinen psycopatischen Mörder, hier ist es der Tod selbst, der sich seine Pläne nicht durchkreuzen lassen will. Das war wirklich mal sehr erfrischend und neu und übte auch eine große Faszination auf den Zuschauer aus. Mittlerweile hat es auch diese Reihe schon auf 3 Teile gebracht und es soll auch schon ein vierter Teil in Arbeit sein, was bei dem Erfolg und der Beliebtheit der Filme keineswegs verwundert.

Und dann gibt es da noch die neuen Backwood-und Survival Horrorfilme, die sich beim Publikum auch einer sehr großen Beliebtheit erfreuen und bei den meisten Vertretern ist das auch durchaus verständlich, da die Qualität doch sehr ansprechend ist. So gibt es Filme wie Wrong Turn aus dem Jahre 2003, der nicht durch besondere Härte, sondern viel eher durch seine extrem dichte Atmosphäre und recht gute Darsteller zu überzeugen weiss. Allerdings hat man das beim Sequel Wrong Turn 2: Dead End von 2007 eher ausser acht gelassen und in diesem zweiten Teil viel mehr Härte eingebracht, was aber auf jeden Fall auf Kosten anderer Dinge wie Story und Atmosphäre ging, die hier eher verkümmert daherkommen.

Weitere Filme dieser Art sind Monster Man von 2003, House of Wax (2005), oder auch Turistas (2006).

All diese Filme haben eine sehr gute, bedrohliche Grundstimmung, sind sehr spannend und wurden exzellent in Szene gesetzt.

Abschließend kann man feststellen, das der größte Teil der Teenie-Horrorfilme durchaus sehenswert ist, manch einer sticht sogar besonders hervor und man kann nur hoffen, das uns noch einige wirklich gute Filme dieser Art ins haus kommen.

Aber man sollte nicht aus reiner Profitgier das gute Gesamtbild einiger Filme zerstören. Diese Bemerkung meine ich im Zusammenhang damit, das ja immer wieder das Gerücht um eine Fortsetzung der Scream-Trilogie kursiert.

Die Reihe ist abgeschlossen und ich bin der Meinung, das man es auch dabei belassen sollte.
17.1.10 20:27


Trailer Park of Terror

 

 

 

 

Trailer Park of Terror
(Trailer Park of Terror)
mit Nichole Hiltz, Trace Adkins, Priscilla Barnes, Stefanie Black, Jeanette Brox, Madonna Cacciatore, Ryan Carnes, Ed Corbin, Brock Cuchna, Corryn Cummins, Dale Dickey, Brandon Ellison, Ricky Mabe, Arielle Hakian, Michelle Lee
Regie: Steven Goldmann
Drehbuch: Timothy Dolan
Kamera: Jeff Venditti
Musik: Alan Brewer
Ungeprüft
USA / 2008

Die blonde, vollbusige Norma wollte nur ihrem tristen Leben in der heruntergekommenen Wohnwagensiedlung entfliehen, doch das Schicksal meint es schlecht mit ihr: Als ihr Freund im Streit mit den restlichen Bewohnern einen unnatürlichen Tod in den stählernen Zinken eines Zauns stirbt, greift die Verzweifelte - vom Satan höchstpersönlich angestiftet - zur Pumpgun, um die Nachbarn und schließlich sich selbst in einem mörderischen Amoklauf wegzupusten. Der verfluchte Trailerpark geht in Flammen auf und wird zur lokalen Legende. Jahre später strandet ein Bus mit sechs schwer erziehbaren Teenagern und ihrem Aufpasser in der Nähe des unheimlichen Orts. Auf der Suche nach Unterschlupf stolpern die Kids geradewegs in Normas gastfreundliche Stätte, und die Hölle bricht los ...


Das auch gelegentlich Zombies in einem Wohnwagen-Park anzutreffen sind, müssen hier einige schwer erziehbare Jugendliche auf leidvolle Art und Weise feststellen, die dort nach einem Unfall Zuflucht suchen. Bis es jedoch soweit ist, geht erst einmal etwas Zeit mit der dazugehörigen Vorgeschichte drauf, die der Trailer Park hat und die in den ersten Minuten sehr unterhaltsam in Szene gesetzt wurde. Danach folgt zwar eine Phase von gut 30 Minuten, die nicht besonders ereignisreich gestaltet ist, aber dennoch zu keiner Zeit Langeweile aufkommen lässt. Dem Zuschauer wird in dieser Zeit ein oberflächlicher Einblick auf die einzelnen Charaktere der Jugendgruppe gewährt, der zwar nicht sehr tiefgründig, aber doch sehr kurzweilig geraten ist. So verläuft also die erste Hälfte des Films nicht unbedingt sehr actiongeladen, bietet aber dennoch recht kurzweilige Unterhaltung.

Was dann in der zweiten Hälfte des Films abgeht, entschädigt dann doch für die ein oder andere eher belanglose Passage, die man bis dahin gesehen hat, denn nun nimmt die Geschichte rasant an Fahrt auf und auch der geneigte Gorehound kommt jetzt voll auf seine Kosten. Der Härtegrad schießt rapide in die Höhe und man bekommt so einige harte Szenen geboten, die jedem Fan der härteren Gangart das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Besonders positiv fällt die Tatsache auf, das auch die humorige Note bei der nun servierten Schlachtplatte nicht zu kurz kommt und die Splatter-und Gore Szenen auf eine äusserst witzige Art und Weise in Szene gesetzt wurden und einem so manchen Lacher abringen können.

Ganz egal, ob hier aufgezeigt wird, das zu intensive massagen absolut tödlich sein können, oder das man unter Drogeneinfluss darüber lacht, wenn einem Körperteile abgeschnitten werden, hier bleibt sicherlich kein Auge trocken. Aber auch das zusammentackern eines Zombies oder die Kunst, menschliches Dörrfleisch herzustellen sind hier als absolute Highlights anzusehen und steigern den Unterhaltungswert zusehends, so das sich das Warten nach der eher etwas ereignislosen ersten Filmhälfte auf jeden Fall gelohnt hat. Der Spaßfaktor und der Härtegrad steigen hier in ungeahnte Höhen, die manch Einer nach den ersten 40 Minuten vielleicht gar nicht mehr erwartet hätte, allerdings muss ich sagen, das mich die etwas längere Einführungsphase in die Geschichte gar nicht einmal so sehr gestört hat, denn so trifft einen die Intensität, die der Film mit einemmal entwickelt, mit einer noch größeren Wucht.

Insgesamt gesehen hat mich "Trailer Park of Terror" vollkommen überzeugt, denn das Gesamtpaket kann man als sehr gelungen bezeichnen. Nicht selten überkommt einen das Gefühl, das man eine leichte Mischung aus Filmen wie "2001 Maniacs" und "From Dusk till Dawn" zu sehen bekommt, denn gewisse Anleihen an diese Werke sind unübersehbar. Und auch, wenn das hier stattfindende Geschehen sicherlich nichts Neues bietet, so ist hier Altbewährtes sehr gut und kurzweilig verpackt worden und bietet einen hohen Unterhaltungswert, der auch durch die soliden darstellerischen Leistungen zustande kommt. Denn alle hier agierenden Schauspieler liefern einen ordentlichen Job ab, so das es auch in dieser Beziehung nichts zu meckern gibt.


Fazit:


"Trailer Park of Terror" ist meiner Meinung nach ein sehr kurzweiliger und amüsanter Genre-Beitrag, dessen erste Hälfte man eventuell etwas ereignisreicher hätte gestalten können, der aber im zweiten Teil so richtig Fahrt aufnimmt und keine Wünsche offen lässt. Fans der härteren Gangart werden ihren Spaß haben, auch wenn sie etwas darauf warten müssen. Insgesamt gesehen bekommt man auf jeden Fall einen absolut sehenswerten Film zu sehen, der auch in Sachen Humor eine Menge zu bieten hat. Ich kann dieses Werk jedenfalls bedenkenlos weiterempfehlen.


7,5/10

17.1.10 19:00


Staunton Hill

 

 

 

 

Staunton Hill
(Staunton Hill)
mit Kathy Lamkin, Cristin Coppen, David Rountree, Kiko Ellsworth, Christine Carlo, Paula Rhodes, Charlie Bodin, B.J Hendricks, Cooper Huckabee, Sherry Weston, Reema Anbari
Regie: G. Cameron Romero
Drehbuch: David Rountree
Kamera: Andrew Mclean
Musik: Jesper Kid
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

Virginia im Herbst 1969: Ein Gruppe Studenten trampt Richtung Washington D.C., um dort gegen den Vietnam-Krieg zu demonstrieren. Doch der lange Weg durch die Weiten des Landes findet sein Ende auf dem abgelegnen Anwesen der Familie Staunton. Und bei dieser Sippe hat nicht nur der geistig arg zurückgebliebene Sohn Buddy Spaß am Ermorden und Zerlegen junger Körper, auch Kathy und Shelley Staunton erfreuen sich an der Menschenjagd und brutalen Terrorspielen. Die jungen Leute erwartet ein blutiger Aufenthalt bei den Stauntons, den sie, einer nach dem anderen, auf drastische Art und Weise mit ihren Leben bezahlen müssen...


Romero's Staunton Hill


Dieser Schriftzug fällt dem geneigten Horrorfan sofort auf, wenn man das Cover der deutschen DVD begutachtet und weckt ganz sicher auch so einige Erwartungen, die sich aber nach der Sichtung dieses Films in Schall und Rauch auflösen, da sie nicht wirklich erfüllt werden können. Cameron Romero hat mit seinem Regie-Debut in Spielfilmlänge lediglich einen weiteren 08 / 15 Backwood-Slasher geschaffen, der keinerlei neue Ideen beinhaltet und dem Zuschauer ein Szenario darbietet, das man gerade in den letzten Jahren viel zu oft gesehen hat. Das es sicherlich nicht gerade leicht ist, in die Fußstapfen seines Vaters George A. Romero zu treten, der ja insbesondere mit einigen seiner Zombiefilme echte Meilensteine des Horror-Genres geschaffen hat, müsste Cameron von Anfang an bewust gewesen sein, allerdings liefert das noch längst keine Rechtfertigung für einen derart unterdurchschnittlichen Film, wie er hier dem Betrachter präsentiert wird.

Sicher, einer der Gründe, warum dieses Werk zu keiner Zeit so richtig überzeugen kann ist die Tatsache, das in den letzten Jahren zu viele dieser Backwood-Slasher auf den Markt kamen, die fast immer nach dem gleichen Schema abliefen, so das man als Fan dieser Filme mittlerweile ganz einfach übersättigt ist. Doch das ist es nicht allein, der Hauptgrung ist meiner Meinung nach die Tatsache, das die hier erzählte Geschichte ganz einfach dreist zusammengeklaut ist, denn zu offensichtlich sind doch die Anleihen bei anderen Genre-Vertretern. Die größte Ähnlichkeit gibt es sicherlich zum Kultfilm "The Texas Chainsaw Massacre" von Tobe Hooper, nur das hier alles um einige Klassen schlechter in Szene gesetzt wurde. Nun ist es ja manchmal gar nicht so schlimm, wenn man sich bei anderen Filmen der gleichen Art bedient, wenn dann das Endprodukt wenigstens gut und spannend umgesetzt wurde, wovon diese Produktion aber leider ziemlich weit entfernt ist.

Es dauert immerhin gute 45 Minuten, bis hier endlich einmal etwas passiert, was immerhin schon über die Hälfte der Gesamtspielzeit ist, da der Film gerade einmal gut 80 Minuten läuft. Und diese 45 Minuten sind nicht unbedingt besonders kurzweilig gestaltet, vielmehr werden einem sehr dialoglastige Passagen serviert, die absolut belanglos erscheinen. Wäre hier wenigstens einer eingehende Charakterzeichnung der einzelnen Personen vorhanden, dann würde man das ja noch verstehen, doch so etwas hat der Film leider auch nicht zu bieten. Allerdings muss man die vorhandenen Personen auch nicht weiter eingehend beleuchten, da die Darsteller allesamt erschreckend blass und jederzeit austauschbar wirken, was das Gesamtbild dieses Werkes nicht gerade aufwertet.

Wer jetzt der Meinung ist, wenigstens mit einem ordentlichen Härtegrad etwas entschädigt zu werden, der wird auch nur bedingt zufrieden sein, es gibt zwar einige ganz nette Szenen zu begutachten, doch insgesamt gesehen bewegt sich der Härtegrad in einem durchaus überschaubaren Rahmen. Das liegt natürlich auch daran, das diese Version des Films um 102 Sekunden erleichtert wurde, doch auch die zusätzlichen Szenen würden das Gesamtwerk nicht wesentlich verbessern. Letztendlich gelangt man zu der Erkenntnis, das "Staunton Hill" nicht annähernd die Erwartungen erfüllt, die man eventuell an ihn gestellt hat, der Film baut nur sehr mäßig Spannung auf und kann auch in atmosphärischer Hinsicht nur bedingt überzeugen. Es wäre sicher ratsam gewesen, wenn Cameron Romero wenigstens einige eigene Ideen eingebracht hätte, doch davon ist leider überhaupt nichts zu sehen, so das im Endeffekt ein Film übrigbleibt, in dem das gesamte Szenario von anderen Genre-Vertretern dreist zusammengeklaut ist und das noch nicht einmal sehr gut.


Fazit:


"Staunton Hill" bietet absolut nichts Neues und ist so nur Leuten zu empfehlen, die noch nicht so viele Backwood-Slasher gesehen haben. Auf alle anderen dürfte dieser Film vielmehr ermüdend wirken, da einem das Geschehen so bekannt vorkommt und dadurch zu keiner Zeit der Funke überspringen kann. Alles ist so dermaßen vorhersehbar, das man eher gelangweilt dem Geschehen folgt und eigentlich ganz froh darüber ist, wenn nach knapp 80 Minuten der Abspann einsetzt und man sich wieder anderen Dingen widmen kann.


Die DVD:

Vertrieb: Splendid
Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 1,85:1 (16:9)
Laufzeit: 84 Minuten
Extras: Making of, Behind the Scenes, Trailer, Trailershow

17.1.10 17:23


Löwenkäfig

 

 

 

 

Löwenkäfig
(Leonera)
mit Martina Gusman, Elli Medeiros, Rodrigo Santoro, Laura Garcia, Tomas Plotinsky, Leonardo Sauma, Walter Cignoli, Roberto Maciel, Ricardo Ragendorfer, Clara Sajnovetsky
Regie: Pablo Trapero
Drehbuch: Alejandro Fadel / Martin Mauregui
Kamera: Guillermo Nieto
Musik: Keine Information
FSK 12
Argentinien / Brasilien / Südkorea / 2008

Die 25-jährige Studentin Julia muss sich nach einer wilden Nacht der Realität stellen. Ihr Freund Ramiro liegt schwer verletzt in seinem Blut, sein Geliebter - der Vater auch von Julias werdendem Kind - ist erstochen. Ramiros Aussage führt dazu, dass Julia wegen Mordes zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wird. In einem Teil des Gefängnis, der Müttern mit ihren Kindern vorbehalten ist, bringt sie Sohn Tomas zur Welt. Langsam erst lernt sie ihn lieben, doch dann ist Julia endlich bereit, für ihren Jungen zu kämpfen.


Hier handelt es sich einmal wieder um einen dieser Filme, mit denen man auf den ersten Blick nicht sofort etwas anfangen kann, da einem der Titel nicht unbedingt viel verrät. Wenn man dann aber weiss, um welche Thematik es sich hier handelt und sich auf die erzählte Geschichte einlässt, dann wird man im Endeffekt mit einem tiefgründigen und teils sehr emotionalen Drama der Extraklasse belohnt. Dies ist meiner Meinung nach insbesondere der fantastischen darstellerischen Leistung von Martina Gusman zu verdanken, die gleichzeitig auch die Frau von Regisseur Pablo Trapero ist und die Figur der inhaftierten Julia mit einer enormen Inbrunst und Ausdruckskraft erfüllt, die man nicht besser hätte bewerkstelligen können.

Doch es ist längst nicht nur ihr grandioses Schauspiel, auch der Einblick in die Welt eines argentinischen Frauenknasts und die dort vorherrschenden Zustände hinterlässt beim Betrachter einen durchaus nachhaltigen Eindruck und werfen auch Fragen über das dort herrschende Rechtssystem auf. Denn die Gerichtsverhandlung, die einem während des Films präsentiert wird, ähnelt so gar nicht denen, die man normalerweise aus europäischen Ländern her kennt und wirkt so doch schon ziemlich gewöhnungsbedürftig und ungewohnt. Jedoch stellt sie eigentlich einen eher unwesentlichen Teil der Geschichte dar, denn im Mittelpunkt steht ganz eindeutig der Charakter der Hauptdarstellerin und der in den Jahren ihrer Inhaftierung stattfindende Wesenswandel, der besonders gut zur Geltung kommt und einen nicht unberührt lässt.

Nach gut zwei Dritteln der Story sieht man selbst auch den Titel des Filmes mit ganz anderen Augen, da sich aus der zu Beginn eher gleichgültig wirkenden Julia eine sehr gefühlsbetonte junge Frau herauskristallisiert, die es erst mit der Zeit lernt, ihren im Gefängnis geborenen Sohn Tomas mit jeder Faser ihres Herzens absolut bedingungslos zu lieben. Als der ihr dann von ihrer eigenen Mutter unter Vorspielung falscher Tatsachen entzogen wird, entdeckt Julia die Löwin in sich selbst und kämpft mit ungeheurer Vehemenz dafür, das ihr Sohn zu ihr in das Gefängnis zurückkehrt. Da ihre Versuche allerdings erfolglos bleiben, sieht sie letztendlich nur noch eine Möglichkeit, um wieder mit ihrem geliebten Sohn zusammenzukommen.

Es sind vor allem die Passagen der Geschichte, in denen sich Julias Charakter verändert, die den Zuschauer absolut in ihren Bann ziehen und in denen das dargebotene Schauspiel ganz besonders herausragend ist, denn Martina Gusman verleiht der von ihr dargestellten Figur extrem viel Glaubwürdigkeit und Authenzität. So beeindrucken insbesondere die Schwankungen ihrer Gefühlswelt, bei denen sich Stärke und Schwäche, aber auch Verzweiflung und teilweise vorhandene Hoffnungslosigkeit abwechseln. Und ganz egal, in welcher Gefühlslage sie sich gerade befindet, alle werden äusserst intensiv und glaubwürdig zum Ausdruck gebracht, was dem ganzen Szenario einen noch intensiveren und realistischen Touch verleiht.

So bietet "Löwenkäfig" ein in allen Belangen beeindruckendes Drama, das zu keiner Zeit überzogen oder unrealistisch wirkt und mit glanzvollen schauspielerischen Leistungen vollkommen zu überzeugen weiss, wobei man Martina Gusman in der Hauptrolle noch einmal gesondert erwähnen muss, denn sie ist in meinen Augen das absolute Highlight dieses Werkes, dem es nicht gerade an Höhepunkten mangelt. Ein Film, der absolut hochklassige und niveauvolle Unterhaltung bietet, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte.


Fazit:


Mit "Löwenkäfig" hat Regisseur Pablo Trapero ein beeindruckendes Stück Film geschaffen, in dem seine Frau in der Hauptrolle absolut brillantes Schauspiel darbietet. Besonders interessant ist hier auch der Einblick in das argentinische Rechts-und Gefängnissystem, das einen teilweise schockierenden Eindruck vermittelt und auch das Wort Gerechtigkeit so manches Mal in Frage stellt. Auf jeden Fall bekommt man es hier aber mit einem Film zu tun, der nachhaltige Spuren hinterlässt.


Die DVD:

Vertrieb: Ascot Elite
Sprache / Ton: Deutsch / Spanisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (16:9)
Laufzeit: 109 Minuten
Extras: Trailer, Trailershow

 

 

9/10

17.1.10 01:36


Legion der Vampire

 

 

 

 

Legion der Vampire
(Blood on the Highway)
mit Deva George, Nate Rubin, Robin Gierhart, Tony Medlin, Laura Stone, Chris Gardner, Nicholas Brendon, Tom Towles, Jeff Ayala, Saundra Gardner, James Hoke, Nicole Holt, John Phelan, Eric Rhoades
Regie: Barak Epstein / Blair Rowan
Drehbuch: Chris Gardner / Blair Rowan
Kamera: Clay Liford
Musik: Paul Nichols
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

Nach einer Autopanne landen Bone, Sam und Carrie, auf der Suche nach dem Highway, in einer kleinen einsamen texanischen Stadt. Nicht ahnend, dass hier die Einkaufstempelkette Consumart die Einwohner in Vampire verwandelt hat. Auf ihrer Flucht stolpern sie über die einzigen überlebenden Menschen. Aber die Vampire wollen nicht auf das Frischfleisch verzichten und so beginnt der Kampf gegen die Legion der Blutsauger


Freunde der Vampir-Thematik in Horrorfilmen werden sich bei diesem Indipendent-Movie sicherlich die Augen reiben, denn mit den Blutsaugern, die man üblicherweise erwartet, haben die in dieser skurrilen Geschichte mordenden Bestien herzlich wenig zu tun. Hier wird sogar für mehr Blut demonstriert, was schon einmal ganz klar zeigt, in welche Richtung dieser Film tendiert. So sollte man also keineswegs einen Vampirfilm im herkömmlichen Sinne erwarten, sondern vielmehr eine blutige und sehr trashige Low Budget-Horror-Komödie, die einem phasenweise die Tränen in die Augen treibt. Doch trotzdem kann der Film auch in atmosphärischer Hinsicht recht gut überzeugen, wobei natürlich nicht die Bedrohlichkeit eines ernsten Vampirfilms aufkommt, doch dadurch, das eigentlich die gesamte Geschichte bei Nacht spielt, kann schon einmal kurzzeitig ein echtes Vampir-Feeling aufkaommen, das sich allerdings durch die ständig auftretenden Gags nie so richtig entfalten kann.

Praktisch minütlich wird der Zuschauer mit den skurrilsten Situationen konfrontiert, in die die drei Freunde Bone, Sam und Carrie geraten, die Lachmuskeln werden extrem beansprucht, so das hier wirklich kein Auge trockenbleibt. Gemischt mit einer Menge Blut und einigen netten Splatter-und Goreeinlagen ergibt sich im Endeffekt ein Trash-Werk, das über einen äusserst hohen Unterhaltungswert verfügt. Nun verhält es sich zwar so, das man teilweise etwas länger auf die härteren Einlagen warten muss und der Film in manchen Teilen eventuell etwas zu dialoglastig ist, jedoch sind die vorhandenen Dialoge so dermaßen grotesk und witzig, was die fehlende Härte in manchen Phasen fast vergessen macht.

Vor allem die Darsteller sind es, die diesem Film ihren ganz persönlichen Stempel aufdrücken, wird manch Einer jetzt behaupten, das die darstellerischen Leistungen extrem schlecht sind, so bin ich viel eher der Meinung, das sie perfekt in das hier gezeigte Szenario hineinpassen. Man kann das hier gezeigte Schauspiel nicht mit normalen Maßstäben messen, sondern sollte zu keiner Zeit ausser acht lassen, das es sich um eine Trash-Komödie handelt und zwar um eine sehr gute. Dementsprechend sind natürlich auch die Charaktere des Films ausgelegt, wie auch die unter ihnen geführten Dialoge. Wenn man dies während des Films immer im Hinterkopf hat, dann kann man das dargebotene Schauspiel sogar als brillant bezeichnen, denn es passt ganz einfach vortrefflich in das vollkommen durchgeknallte Szenario.

So werden auch die städigen sexuellen Anspielungen, die sich durch die gesamte Geschichte ziehen, sowohl verbal als auch visuell hervorragend hervorgehoben und sorgen für so manch witigen Moment in dieser blutigen Story. Hinzu kommt noch ein kleiner Schuss Sozialkritik an der heutigen Konsum-Gesellschaft, der auch mit einem leichten Augenzwinkern zu betrachten ist. Alles zusammengenommen kann man also "Legion der Vampire" als sehr gelungenen Genre-Beitrag ansehen, der teilweise herrlich erfrischend wirkt und dem Zuschauer jede Menge Spaß und Abwechslung beschert. Letzteres bezieht sich insbesondere auf die verschiedenen Tötungsarten, die man hier zu Gesicht bekommt, denn in dieser Beziehung bekommt man teilweise wirklich Abwechslungsreiches geboten. Mich hat dieser Movie jedenfalls bestens unterhalten und jede Menge Spaß gemacht und ich kann mir sehr gut vorstellen, das dies auch bei vielen anderen Leuten der Fall sein wird.


Fazit:


Barak Epstein und Blair Rowan haben mit "Legion der Vampire" eine herrlich trashige Horror-Komödie geschaffen, die man natürlich zu keiner Zeit auch nur annähernd ernst nehmen darf. Eine gelungen Mischung aus skurrilem Humor und einem annehmbaren Härteanteil sorgen für einen excellenten und äusserst witzigen Film-Spaß, den man in dieser Form nicht jeden Tag geboten bekommt. Freunde der witzig-trashigen Horrorkost kommen an diesem Werk nicht vorbei und werden allerbestens bedient, so das man den Film bedenkenlos weiterempfehlen kann.


8/10

17.1.10 01:27


Trick 'r Treat

 

 

 

 

Trick'r Treat - Die Nacht der Schrecken
(Trick'r Treat)
mit Dylan Baker, Rochelle Aytes, Quinn Lord, Lauren Lee Smith, Moneca Delain, Tahmoh Penikett, Brett Kelly, Britt McKillip, Isabelle Deluce, Jean-Luc Bilodeau, Alberto Ghisi, Samm Todd, Anna Paquin, Brian Cox, Leslie Bibb
Regie: Michael Dougherty
Drehbuch: Michael Dougherty
Kamera: Glen MacPherson
Musik: Douglas Pipes
Keine Jugendfreigabe
USA / 2008

Vier Geschichten, die sich zu Halloween ereignen, stehen auf unheimliche Weise miteinander in Verbindung: Eine Gruppe von Kindern kommt hinter das dunkle Geheimnis der Stadt. Eine junge Frau wird von einem maskierten Stalker auf dem Halloweenfest verfolgt. Ein zänkischer alter Mann schließt ein finsteres Geschäft ab und ein Serienkiller vergiftet alle Süßigkeiten.


Als erstes sollte man anmerken, das man sich bei "Trick'r Treat" keinesfalls von der Freigabe des Films irritieren lassen sollte, die meiner Meinung nach etwas zu hoch gegriffen ist, denn eine 16er Freigabe hätte hier vollkommen ausgereicht. Deswegen könnte es auch durchaus einige Leute geben, die nach Sichtung dieses Werkes etwas enttäuscht sind, da im Bezug auf visuelle Härte nicht viel geboten wird. Das soo jetzt aber keineswegs als negative Kritik zu verstehen sein, denn dieser Film von Regisseur Michael Dougherty ist ein teilweise niedlicher und sehr atmosphärischer Horrorfilm, der dem Zuschauer das perfekte Halloween-Feeling präsentiert, das von der ersten Minute an vorherrscht und sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte zieht.

Dabei wird man mit 4 verschiedenen Episoden-Geschichten konfrontiert, die alle auf eine unheimliche Art und Weise miteinander verbunden sind und ganzzeitige schaurig-schöne Halloween-Unterhaltung bieten. Insbesondere die von Anfang an vorherrschende Atmosphäre nimmt den Betrachter dabei voll in Beschlag und zieht ihn richtiggehend in ihren Bann. Gespannt verfolgt man das gruselige Treiben, das auch in einigen Phasen für die ein oder andere Gänsehaut sorgt, was auch den hervorragenden Schauplätzen zu verdanken ist. Denn diese heben das besondere Halloween-Ambiente noch einmal zusätzlich hervor, ganz egal, ob man sich im tiefen Wald befindet, in dem sich einige hübsche Mädchen zu einer ganz besonderen Party versammelt haben, oder in einem düsteren und baufälligen Haus, in dem ein alter Mann sich gegen eine Art Geistwesen zur Wehr setzen muss.

So wird der Zuschauer hier ganzzeitig mit einem Film konfrontiert, der jederzeit durch einen konstanten Spannungsbogen, eine tolle Atmosphäre und perfekt ausgewählte Schauplätze zu überzeugen weiss und dabei das wirklich herausragende Halloween-Ambiente vermittelt, das man kaum besser hätte in Szene setzen können. Es ist nun einmal diese eine besondere Nacht im Jahr, in der man sich noch intensiver gruselt als sonst und genau dieses Gefühl bekommt man hier vermittelt. Da fällt es auch nicht weiter ins Gewicht, das Gorehoungs wohl nicht auf ihre Kosten kommen werden, denn bis auf 2-3 Szenen wird im Bezug auf Härte nichts geboten. Meiner Meinung nach hätte übermäßige Härte dem Film auch mehr geschadet, als das es ihm genutzt hätte, denn es ist ganz eindeutig die vorherrschende Grundstimmung, die im Focus dieses charmanten Gruselfilms steht.

Das insgesamt schon sehr gute Gesamtbild wird durch die guten Darsteller noch zusätzlich abgerundet, man wird hier zwar auf keinerlei oscarreife Schauspielleistungen treffen, aber alle Schauspieler liefern solide und überzeugende Arbeit ab, die sehr gut in einen Film dieser Art hineinpasst. Besonders gut haben mir persönlich die Kinder gefallen, die teilweise überraschend ausdrucksstark und authentisch agiert haben und dem Geschehen eine sehr glaubhafte Note verliehen haben. Der Eindruck der Glaubwürdigkeit ist hierbei jedoch auf die im Film entstehenden Situationen bezogen, wobei die Geschichte an sich natürlich viel eher in den Bereich der Märchen gehört und so hat "Trick'r Treat" auch etwas märchenhaftes an sich, das insbesondere durch die Kombination mit den Horror-Elementen sehr gut zur Geltung kommt.


Fazit:


"Trick'r Treat" kann man durchaus als schaurig-schönes Horror-Märchen ansehen, jedenfalls ging mir bei der Sichtung dieses Filmes dieser Gedanke öfter durch den Kopf. Allerdings sollte man das hier stattfindende Geschehen auch nicht zu sehr verniedlichen, da der Film auch durchgehend sehr spannend und atmosphärisch inszeniert wurde. Ein Film, der einem an jedem Tag des Jahres das perfekte Halloween-Gefühl beschert und jederzeit bestens und sehr kurzweilig zu unterhalten weiss. Hier kann man ohne Gewissensbisse eine absolute Empfehlung aussprechen.


8/10

12.1.10 18:11


Weekend of Blood

 

 

 

 

Weekend of Blood
(Murder Loves Killers Too)
mit Allen Andrews, Scott Christian, Kelly Devoto, Ryan Franks, Christine Haeberman, John Jenkinson, Nigel Lambert, Mary LeGault, Kathryn Playa, Kat Szumski
Regie: Drew Barnhardt
Drehbuch: Drew Barnhardt
Kamera: Kevin M. Graves
Musik: Ryan Franks
Keine Jugendfreigabe
USA / 2009

Psychopath Stevie hat ein großes Problem: Sexuelle Höhepunkte erreicht er nur durch das Morden. Passend für ihn, dass eine Gruppe Teenager es bei einem Wochenendausflug im Wald es richtig krachen lässt. nach und nach zerhackt und zerlegt er die feuchtfröhliche Teenie-Party, um seine Perversionen zu befriedigen...


Eigentlich sollte man davon ausgehen können, das ein Film mit einer Laufzeit von gerade einmal knapp 70 Minuten dazu in der Lage ist, einem ganzzeitig kurzweilige Unterhaltung zu bieten, doch "Weekend of Blood" ist ein Paradebeispiel dafür, das dies nicht unbedingt der Fall sein muss. Hinzu kommt die Tatsache, das der Film laut Angabe auf dem DVD-Cover eine Horror-Komödie darstellen soll, nur sucht man den Humor die ganze Zeit über, wird aber nur in den seltensten Fällen fündig. Doch im Prinzip ist es vollkommen egal, ob man den Film eher als Horror-Komödie oder als ernsten Beitrag des Genres ansieht, vollkommen überzeugen kann dieses Werk definitiv nicht.

Zu dröge und stellenweise belanglos wirkt doch die phasenweise langatmige Geschichte, die dem Zuschauer nicht selten den Eindruck vermittelt, das hier mal eben auf die Schnelle ein B-Movie zusammengeschustert wurde, dem es ganz einfach an Herz und Seele fehlt. Erschwerend kommt auch noch die Tatsache hinzu, das die hier agierenden Darsteller nicht gerade durch gutes Schauspiel den Unterhaltungswert in irgendeiner Form steigern würden. Es handelt sich dabei um die typischen 08/15 Jungdarsteller, die wie so oft vollkommen blass und austauschbar wirken und auch der Psycho-Killer glänzt nicht unbedingt durch eine bedrohliche Ausstrahlung, so das man im Bezug auf das dargebotene Schauspiel nicht gerade verwöhnt wird.

Das alles könnte man noch irgendwie verschmerzen, wenn sich jetzt wenigstens ein konstanter Spannungsbogen durch die Geschichte ziehen würde, doch auch in dieser Hinsicht tut sich nicht sehr viel. Bis auf wenige, teils vielversprechende Ansätze wird nicht viel geboten, richtige Spannung kommt eher recht selten auf, was sicherlich auch darin begründet ist, das die Story phasenweise seltsam zusammengestückelt wirkt, wodurch kaum eine durchgehend flüssige Erzählweise zustande kommt und das schadet dem Film doch ziemlich stark. Auch eine bedrohlich wirkende Grundstimmung kann sich zu keiner Zeit so richtig entfalten, das ganze Geschehen wirkt doch äusserst gekünstelt und aufgesetzt, größtenteils will noch nicht einmal ein echtes Horror-Feeling aufkommen, das normalerweise eine Grundvorraussetzung bei dieser Art von Film sein sollte. Vielleicht liegt das auch daran, das die Morde schon ziemlich am Anfang des Films in sehr schneller Abfolge passieren und dabei noch nicht einmal gut in Szene gesetzt wurden. Denn bis auf einige Messerstiche sieht man nicht viel, der Rest wird lediglich angedeutet, so das auch im Bezug auf den Härtegrad nicht viel Positives in die Waagschale geworfen werden kann.

Das einzige richtige Highlight in einer ansonsten vollkommen unspektakulären Geschichte, die seltsam langatmig dahinplätschert, ist das Ende des Films, das dann wenigstens einen netten Hingucker darstellt, andererseits aber auch extrem abrupt und überraschend erscheint. Die Überraschung kommt aber eher dadurch auf, das man selbst schon nicht mehr mit einem solchen Highlight gerechnet hätte, da bis hierhin doch viel eher die pure Tristesse vorgeherrscht hat. Insgesamt gesehen wird dieses Werk dadurch aber nicht sonderlich aufgewertet und bietet im Endeffekt maximal unteres Durchschnitts-Niveau, das auch vom reinen Unterhaltungsfaktor nicht über dieses Level hinauskommt.


Fazit:


"Weekend of Blood" zählt meiner Meinung nach zu den eher vollkommen belanglosen Vertretern des Genres, die man sich zwar durchaus einmal anschauen kann, aber auch nicht gerade viel verpasst, wenn man es nicht tut. Trotz seiner sehr kurzen Laufzeit von nur knapp 70 Minuten wirkt der Film phasenweise sehr langatmig und will nie so richtig in Fahrt kommen. Schlechte Schauspieler und mangelnde Spannung tun ihr Übriges dazu, das man es hier mit einem Horrorfilm zu tun hat, den man sehr schnell wieder vergisst, da er keinen nachhaltigen Eindruck beim Zuschauer hinterlassen kann.


3,5/10

11.1.10 21:36


Largo Winch - Tödliches Erbe

 

 

 

 

Largo Winch - Tödliches Erbe
(Largo Winch)
mit Tomer Sisley, Kristin Scott Thomas, Miki Manojilovic, Melanie Thierry, Gilbert Melki, Karel Roden, Steven Waddington, Anne Consigny, Radivoje Bukvic, Nicolas Vaude, Benedict Wong, Gerard Watkins, Wolfgang Pissors, Theodore Thomas, David Gasman
Regie: Jerome Salle
Drehbuch: Philippe Francq / Julien Rappeneau
Kamera: Denis Rouden
Musik: Alexandre Desplat
FSK 16
Frankreich / 2008

Der schwerreiche Konzern-Mogul Nerio Winch kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben. Beim Gerangel um die Firmennachfolge taucht plötzlich sein bisher unbekannter Adoptivsohn auf - LARGO WINCH. Dieser soll nun den Chefposten übernehmen, worüber die Führungsetage wenig begeistert ist zumal der lässige Abenteurer nicht gerade ins Firmenprofil passt. Doch Largo ist mit allen Wassern gewaschen und kennt die knallharten Regeln der Weltwirtschaft. Allerdings will er zuerst diejenigen finden, die für den Tod seines Vaters verantwortlich sind. Eine Verschwörung in den eigenen Reihen wird zu einem lebensgefährlichen Abenteuer und Largo gerät in ein mörderisches Geflecht aus Geld, Macht und Korruption ...


Das dieser Film auf einer belgischen Comic-Serie beruht und es sogar schon eine gleichnamige TV-Serie gibt, war mir im Vorfeld überhaupt nicht bekannt, so das ich vorbehaltlos und ohne jegliche Vorkenntnisse an diesen Thriller herangehen konnte. Nun ist es ja nicht selten so, das gerade Filme, die sich in der Welt der Hochfinanz abspielen, manchmal etwas langatmig daherkommen und es auch nicht immer leicht ist, der eigentlichen Thematik lückenlos zu folgen, wenn man sich mit der Materie nicht so gut auskennt. Umso überraschter war ich dann, als sich hier ein wirklich erstklassig inszenierter Thriller offenbarte, der ein phasenweise extrem rasantes Erzähltempo vorlegt und in dem es überhaupt gar keine langatmigen Phasen gibt. Eher das Gegenteil ist der Fall, die Geschichte ist sehr actiongeladen und es gibt auch überhaupt keine Probleme, der Story zu folgen, da sie leicht verständlich gehalten wurde und so für einen sehr hohen Unterhaltungswert garantiert.

Die Welt der Hochfinanz ist hier auch lediglich als notwendiges Beiwerk anzusehen, im Focus steht ganz eindeutig der Hauptcharakter (Largo Winch), der die Verantwortlichen für den Mord an seinem Adoptiv-Vater zur Rechenschaft ziehen will und dabei sein Milliarden-Erbe gegen Angriffe aus den eigenen Reihen verteidigen muss. So entwickelt sich in ziemlich kurzer Zeit ein sehr temporeiches Intrigen-Spiel, das immer wieder mit erstklassigen Action-Passagen angereichert wurde, so das man von der ersten bis zur letzten Minute ein äusserst unterhaltsames Filmerlebnis beschert bekommt, das absolut packend und fesselnd auf den Betrachter wirkt. Durch immer wieder eingestreute Rückblenden in die Vergangenheit des Largo Winch werden dem Zuschauer auch die Zusammenhänge nähergebracht, wie und warum es überhaupt zur Adoption des charismatischen Hauptcharakters gekommen ist, der von Beginn an sehr viel Symphatiepunkte sammeln kann.

Besonders gelungen ist vor allem der dramaturgische Spannungsaufbau der Geschichte, der sich mit der Zeit immer mehr verdichtet, da einem Stück für Stück immer mehr Puzzle-Teile des gesamtbildes offenbart werden, bis sich zum Ende hin alles nahtlos ineinanderfügt und so im Endeffekt keinerlei Fragen offenlässt. Hierbei wurde sorgsam darauf geachtet, die stattfindende Intrige nur stückchenweise aufzulösen und nie zuviel auf einmal zu verraten. Dadurch wird man teilweise auf falsche Fährten gelockt und hat doch so einige Charaktere als Drahtzieher des Ganzen im Auge, bevor sich erst im letzten Drittel des Films die wirklichen Drahtzieher zu erkennen geben, wobei man auch mindestens bei einer mitwirkenden Person sichtlich überrascht ist, weil man sie so gar nicht auf der Liste der Verdächtigen hatte. Und so ist wirklich ganzzeitig für ein hohes Maß an Spannung gesorgt, ein rasantes Tempo und tolle Action-Szenen sorgen zusätzlich dafür, das nie auch nur der Anflug von Langeweile entsteht und der Zuschauer sich an einem richtig gelungenem Action-Thriller erfreuen kann, der qualitätsmäßig auch locker mit so manchem Hollywood-Blockbuster mithalten kann.

Ein weiteres Markenzeichen sind die äusserst überzeugenden Darsteller, wobei insbesondere Tomer Sisley in der Rolle des Weltenbummlers Largo Winch zu überzeugen weiss. Seine extrem charismatische und lässige Darstellung der Hauptfigur ist eines der absoluten Highlights dieses Filmes. Gerade der offensichtliche Kontrast zwischen seiner Person und den teils blasiert wirkenden Mitglieder des Aufsichtsrates ist immer wieder herrlich anzusehen und verleiht dem Geschehen auch an einigen Stellen eine leicht humorige Note, die aber nie übertrieben oder gar deplaciert wirken würde. So kann man letztendlich von einem absolut gelungenem und sehenswerten Film sprechen, den sich kein fan des Genres entgehen lassen sollte, denn ansonsten hat man wirklich etwas verpasst.


Fazit:


"Largo Winch - Tödliches Erbe" ist für mich persönlich eine absolut positive Überraschung, denn ich bin eigentlich ohne großartige Erwartungen an diesen Film herangegangen. Das sich dieses Werk als erstklassiger und sehr temporeicher Action-Thriller entpuppt, hätte ich ehrlich gesagt kaum für möglich gehalten. Der Film bietet gut 100 Minuten sehr kurzweilige Unterhaltung, so das man kaum merkt, wie schnell die Zeit hier vergeht. Ein Film, den man absolut bedenkenlos weiterempfehlen kann und den man sich auch gern mehrmals ansieht.


Die DVD:

Vertrieb: Sunfilm
Sprache / Ton: Deutsch / Französisch / Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch / Englisch
Bild: 1:2,35 (16:9)
Laufzeit: 104 Minuten
Extras: Making Of, Die Stunts von Largo Winch, Das Training, Interviews, Storyboard / Film-Vergleich

 

 

8/10

11.1.10 15:19


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